Verantwortungsvoll kommunizieren

10.09.2021 | Am katholischen Mediensonntag steht Thema Kommunikation im Mittelpunkt

Freiburg/Rom. Menschen kommunizieren über Medien miteinander. In der katholischen Kirche werden Medien deshalb auch als „soziale Kommunikationsmittel“ bezeichnet. Die katholische Kirche erinnert weltweit jedes Jahr im Frühling mit dem „Welttag der sozialen Kommunikationsmittel“ – in Deutschland seit 1967 jeweils am zweiten Sonntag im September mit dem „Mediensonntag“ – an die Bedeutung der Medien und die Menschen, die damit arbeiten.

Nah dran sein an den Menschen

Dieses Jahr steht der Welttag unter dem Motto „Komm und sieh!“. Mit den Worten „Kommt und seht!“ lädt Jesus zu Beginn des Johannesevangeliums die ersten Jünger ein, ihn kennenzulernen. Papst Franziskus sieht diesen Aufruf „als Anregung für jede kommunikative Ausdrucksform, die klar und ehrlich sein will“ – egal, ob in Zeitungsredaktionen oder auf einer kirchlichen Homepage, in Predigten oder in der Politik. Es gehe bei jeglicher Form von Kommunikation darum, sich den Menschen zuzuwenden – die Begegnung mit ihnen zu suchen. Dr. Michael Hertl, Leiter der Stabsstelle Kommunikation und Medien im Erzbischöflichen Ordinariat und Pressesprecher der Erzdiözese Freiburg, formuliert daher das Ziel der Presse- und Medienarbeit seines Teams auch so: „Wir möchten aktuell, transparent und glaubwürdig über Kirche und Glaube informieren – überall dort, wo Menschen kommunizieren.“

Neue Wege gehen

In der Erzdiözese Freiburg geschieht diese Kommunikation auf vielen verschiedenen Wegen: Unter www.ebfr.de verbreitet das Erzbistum Nachrichten zu kirchlichen und sozialen Themen aus seinem Gebiet, zur Kirche in Deutschland und in der ganzen Welt. Dazu hat es sein eigenes Content Management System „SESAM“ entwickelt, mit dem auch viele weitere Nutzerinnen und Nutzer wie beispielsweise Kirchengemeinden und Verbände ihren Webauftritt gestalten können. Auch in privaten Rundfunksendern ist die Stabsstelle Kommunikation und Medien mit eigenen Beiträgen präsent, in denen sie über das aktuelle Geschehen in den Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen auf dem Gebiet der Erzdiözese informiert. Ebenso ist die Erzdiözese in den öffentlich-rechtlichen Sendern mit kirchlichen Verkündigungssendungen und –beiträgen vertreten.
 
In den Sozialen Medien ist das Kommunikationsteam ebenfalls aktiv, wie Hertl erklärt: „Über Facebook, Instagram, YouTube und Twitter erreichen wir ganz unterschiedliche Gruppen von Menschen mit jeweils speziell für sie aufbereitetem Content.“ Als jüngster Arbeitsbereich seien diese Kanäle immer noch im Aufbau begriffen und ständigem Wandel unterworfen. Besonders wertvoll sei das Potenzial der Sozialen Medien, dort in den Dialog mit den Nutzerinnen und Nutzern treten und mehr über ihre Wünsche und Fragen erfahren zu können. Dies zeigte sich nicht zuletzt in der Pandemiezeit. Gerade in der Medienarbeit ist deutlich geworden, dass trotz sozialer Distanzierung vielfältige Kommunikation möglich war: So konnten in den vergangenen Monaten auf Instagram neue Formate entwickelt werden – etwa über Impulsvideos oder sogenannte „Instastories“ –, die die Community vor Ort mitnehmen und zeigen, was Kirche leistet. Das Besondere: Kirchliche Mitarbeitende sind hier als Berichterstatterinnen und Berichterstatter für die Erzdiözese unterwegs und geben Einblicke in ihre Arbeit.
 
Auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort in den Kirchengemeinden eingehen – dazu dient beispielsweise auch die App „Actionbound“. Ehrenamtliche, aber auch hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im kirchlichen Bildungsbereich bis hin zu Religionslehrerinnen und –lehrern können mit dieser Anwendung interaktive Angebote, zum Beispiel Rätsel, entwickeln.
 
Die Abteilung Erwachsenenpastoral hat in Zusammenarbeit mit externen Expertinnen und Experten außerdem das E-Learning „Die Welt ist bunt. Gott sei Dank!“ zum Thema Diversität entwickelt. Unter www.ebfr.de/diversitaet kann die Lerneinheit abgerufen werden. Ziel ist, für Fragen zur Vielfalt in der Kirche zu sensibilisieren und die Teilnehmenden in diversitätsbewusstem Handeln im kirchlichen Rahmen zu schulen.

Eine gute und sichere Kommunikation fördern

Mit den regionalen Medientagen bietet die Stabsstelle Kommunikation und Medien zusätzlich zu ihrem Beratungsangebot vor Ort Schulungen für ehren- und hauptamtliche Mitarbeitende ihrer Kirchen und weitere Einrichtungen an. „Da geht es dann um Fragen zur Website genauso wie das Verfassen von Texten, das Erstellen von Fotos oder Videos oder die Kontaktpflege zu lokalen Medien“, erklärt Hertl. Darüber hinaus soll die Kommunikation in den Einrichtungen der Erzdiözese möglichst datenschutzkonform erfolgen. Seit Mai 2019 stellt sie daher allen haupt- sowie ehrenamtlichen Mitarbeitenden den datensicheren Messenger „Threema“ zur Verfügung. Bislang wurden mehr als 27.500 Lizenzen dafür ausgegeben. Etwa 500 ehrenamtlichen „ThreemANGELs“ sind dabei für die Verteilung des Nachrichtendienstes in den verschiedenen Einrichtungen zuständig.
 
Mit ihren Angeboten will die Erzdiözese Freiburg die Menschen in ihrem Einzugsgebiet also nicht nur mit kirchlichen Nachrichten versorgen, sondern auch zu mehr Kompetenz in Kommunikationsfragen verhelfen. Denn es gilt, was Papst Franziskus in seinem Grußwort zum „Welttag der sozialen Kommunikationsmittel“ betont: „Wir alle sind verantwortlich für die Kommunikation, die wir betreiben, für die Informationen, die wir verbreiten, für die Kontrolle, die wir gemeinsam über falsche Nachrichten ausüben können, indem wir sie entlarven.“
 
(an)