Erzbischof Burger: Gott sorgt sich um notleidende Menschen

05.03.2022 | Fastenhirtenbrief vor Hintergrund der Misereor-Aktion in Freiburg

Freiburg. Angesichts des Ukraine-Kriegs, der globalen Ungerechtigkeit und des Klimawandels hat der Freiburger Erzbischof Stephan Burger an die Geborgenheit in Gott auch in schwierigen Situationen erinnert. In einem Fastenhirtenbrief zum ersten Fastensonntag (06.03.) zitierte Stephan Burger dabei Psalm 91: „Dir begegnet kein Unheil, deinem Zelt naht keine Plage. Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen.“ Allerdings erleben viele Menschen laut dem Erzbischof derzeit statt Geborgenheit vielmehr Verunsicherung und Ängste. „Diese werden durch den Krieg in der Ukraine noch einmal verstärkt. In unserem Denken und Fühlen ist dieser Krieg das beherrschende Thema. Die Bilder der Flüchtlingsströme, die Nähe zu den leidenden Menschen, die uns die Medien vermitteln, die Bilder der Zerstörung und der sinnlosen Gewalt machen uns fassungslos. Und doch erleben wir zugleich eine enorme Hilfsbereitschaft, zu der wir auch durch unsere kirchlichen Hilfswerke wie Misereor unseren Beitrag leisten können. Menschen in der Bedrängnis zur Seite stehen, gehört zu unserem christlichen Grundauftrag. Dies gilt für die Ukraine wie für die Not der Menschen weltweit“, schreibt Stephan Burger.
 
Der Fastenhirtenbrief wird traditionell am ersten Fastensonntag in allen Gottesdiensten in der Erzdiözese Freiburg verlesen. Anlässlich der ebenfalls am ersten Fastensonntag stattfindenden Eröffnung der Fastenaktion des bischöflichen Hilfswerks MISEREOR im Freiburger Münster verwies Erzbischof Burger auf das Motto der diesjährigen Kampagne: „Es geht! Gerecht.“ Es geh um die Frage, „wie wir unser Leben auf den Prüfstand zu stellen haben, um mit einem christlich gelebten Glaubenszeugnis zu zeigen, dass es gerecht gehen kann“. Gottes Anspruch sei die Sorge um den notleidenden Menschen. „Der Anspruch Gottes ist, dass wir durch die von ihm zugesprochene Barmherzigkeit gerecht werden und diese Barmherzigkeit an anderen üben.“ 
 
Es bedürfe dabei einer ständigen Unterscheidung „zwischen dem Wahren und dem Falschen in dieser Welt, um sich nicht in einer falschen Bequemlichkeit und im individuellem Wohlergehen zu verlieren, während unzählige Menschen leiden“. So wolle die diesjährige Fastenaktion auch Lösungswege aufzeigen, damit eine gesellschaftliche Solidarität entstehen kann. Erzbischof Burger schreibt: „Auf diese Weise sind wir nie allein, auch nicht in der scheinbaren Ausweglosigkeit. Und auf diese Weise wird konkret erfahrbar, was es heißt, von seinen Engeln behütet und getragen und nicht dem Unheil ausgeliefert zu sein.“ 
 
 
 
Dieses Video wurde vor Beginn des Kriegs in der Ukraine aufgenommen. Die offizielle schriftliche Fassung seines Hirtenbriefs hat Erzbischof Stephan noch um die Gedanken "an den unsäglichen Krieg in der Ukraine mit all seinen verheerenden Auswirkungen" ergänzt.
 
 
 
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