Freiburg. In seiner Predigt am Ostersonntag (09.04.) hat der Freiburger Erzbischof Stephan Burger zum Vertrauen in die für Christinnen und Christen weltweit zentrale Botschaft der Auferstehung Jesu Christi aufgerufen. „Wie immer man sich zur aktuellen Situation der Kirche positionieren mag, wenn wir heute Ostern feiern, so geht es um die grundlegende Botschaft überhaupt, die die Existenz der Kirche erst möglich macht. Es geht um eine Botschaft die wiederum von dieser Kirche garantiert und verbürgt wird, nicht zuletzt mit und durch Petrus und seinen Nachfolgern im Auf und Ab der Geschichte“, sagte Erzbischof Burger.
Der Freiburger Erzbischof verwies auf die Erfahrungen von Maria Magdalena, Johannes und Petrus am leeren Grab Christi. „Trauen wir der Erfahrung einer Maria Magdalena und all der vielen anderen, die im Laufe ihres Lebens und der Geschichte Christus, dem auferstandenen Herrn, begegnen durften, und wir beginnen zu erahnen, was es heißt, in der Wahrheit und mit der Wahrheit zu leben. Alles kirchenpolitische Ringen verliert an Bedeutung, wenn wir Christus selbst begegnen. Alles persönliche Streben, das allzu oft im Irdischen und damit im Sterblichen, im Tod verhaftet bleibt, relativiert sich. Und daraus ergibt sich auch, dass nicht wir es sind, die letztendlich der Kirche Jesu Christis unseren Willen aufdrücken oder sie nach unserem Gusto gestalten könnten. Auch bestimmen wir nicht über deren Glaubwürdigkeit. Dafür sorgt Christus selbst.“
„Mit den Brocken und den schweren Steinen auf Herz und Seele anders umgehen“
Zuvor hatte Erzbischof Burger in der Osternacht (08.04.) auf die Erscheinung des Engels am leeren Grab Jesu verwiesen, der den Stein vor dem Grab wegwälzte und den erstaunten Frauen die Auferstehung Christi verkündete. Stephan Burger sagte dazu: „Mit dieser Botschaft, mit diesem Glauben an die Auferstehung, an den auferstandenen Herrn, kann ich mit den Brocken und den schweren Steinen auf Herz und Seele anders umgehen. Mögen die Steine auch nicht schlagartig weg, überwunden und aus meinem Leben verschwunden sein, so weiß ich doch, dass die Suche nach Jesus die beste Voraussetzung dafür ist, das Schwere letztendlich doch aus dem Weg zu räumen.“
Der Erzbischof fügte hinzu: „Die Schwierigkeiten und Widerwertigkeiten können mit ihm überwunden werden. Hinter dem Stein der Grabkammer, hinter aller Not und Bedrängnis liegt nicht das Grauen. Hinter dem Stein warten nicht die Verzweiflung und der Tod, hinter dem Schweren und Belastenden liegt nicht der tote Jesus, sondern dahinter ist Begegnung angesagt, Begegnung mit dem lebendigen und auferstandenen Herrn.“
(muk)


