BUGA 23: Volle Kirche unter dem Flatterdach

17.04.2023 | Kirchen eröffnen ihren MöglichkeitsGarten auf der Bundesgartenschau mit einem Gottesdienst

Mannheim. Es sei eine Eröffnung für Fortgeschrittene, schmunzelte Dekan Ralph Hartmann am Samstag, 15. April, bei seiner Begrüßung zum Eröffnungsgottesdienst im MöglichkeitsGarten auf dem Spinelli-Gelände. Denn Temperaturen und Regen waren am zweiten Tag der Bundesgartenschau nicht wirklich einladend. Doch davon ließen sich die Gäste nicht abhalten: Die Sitzplätze im Kirchenschiff unter dem bunten Flatterdach reichten nicht aus, wo weit mehr als 120 Besucherinnen und Besucher den Gottesdienst mit der Predigt des katholischen Dekans Karl Jung und mit hochkarätiger Musik erlebten. Anschließend gab es einen Empfang.
 
Am Vortag, so Dekan Jung, habe Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geradezu eine „biblische Steilvorlage“ formuliert, als er in seiner Eröffnungsrede auf der Hauptbühne der BUGA 23 sagte: „Mit dem Garten fing alles an“ und betonte, dass der Garten Eden von Gott angelegt und den Menschen übergeben wurde, auf dass er „bearbeitet, behütet und gepflegt“ werde.

„Die Perspektiven für Menschen und Schöpfung beginnen jetzt“

„Wir wollen nicht einfach in die Zukunft hinein vertrösten, sondern im Heute den Beginn einer neuen Wirklichkeit angehen“, sagte Dekan Karl Jung in seiner Predigt mit Blick auf die Bergpredigt Jesu. Gott baue auf den Menschen nicht nur als „Gärtner“, sondern als „Bundespartner“, betonte er. „Und in diese Bundespartnerschaft ist der Mensch mit der ganzen Schöpfung einbezogen“. Die Präsenz der Kirche mit ihrem Motto „Hier wachsen Perspektiven“ verbinde sich trefflich mit dem Motto der BUGA 23 „Beste Aussichten“. Denn beide Leitgedanken seien auf Zukunft hin angelegt und sprächen die Sprache der Nachhaltigkeit, so Jung: „Perspektiven für Menschen und Schöpfung wachsen zwar und brauchen Zeit, um sich zu entwickeln, aber sie beginnen jetzt“, benannte Jung das kirchliche Engagement auf der BUGA 23. Nun gälte es, den kirchlichen MöglichkeitsGarten mit Leben zu erfüllen: wenn die Glocke zusammenrufe, wenn das Flatterdach wohltuenden Schatten oder Regenschutz spende, wenn das Wasser des Bachlaufs erfrische, „wenn Gottes Geist weht wie der Wind“.

„Wir sind hier wegen der Menschen und der Frage, wie wir in Zukunft leben wollen“

Mit dem MöglichkeitsGarten, führte der evangelische Dekan Ralph Hartmann in seiner Ansprache aus, gäbe die Kirche einen starken Impuls für die Bundesgartenschau. Denn „wir merken, dass wir die Schöpfung, diesen schönen Garten Gottes, zunehmend zerstören“. Jedoch sei dieser Garten von Gott mit dem Auftrag übergeben worden, ihn zu „formen und zu modellieren, ihn zu erhalten und zu bewahren“. Daher formuliere Kirche auf der BUGA 23 ganz bewusst die Frage „wie wollen wir in Zukunft leben? Das ist die Frage der Fragen für dieses Jahrzehnt“.
 
Dekan Hartmann betonte: „Wir wollen uns hier auf die Suche machen nach einer Lebensweise, die die Natur achtet und nach einer Kultur, die das Leben schützt“. Dieses Miteinander von Natur und Kultur versinnbildliche der MöglichkeitsGarten mit seiner auf dem Grundriss einer Kathedrale basierenden Gestaltung und mit den Themen und dem Miteinander, zu dem er einlade. „Wir leben aus Voraussetzungen, die wir nicht selbst schaffen“, so Hartmann, denn das Leben sei von Gott als Gabe gegeben. „Wir sollten alles tun, um diese Gabe Leben zu schützen“. Mit dieser Botschaft sei Kirche auf der BUGA und damit dort, wo die Menschen sind. „Wir sind hier, weil wir an Begegnung interessiert sind. Da, wo Menschen zusammenkommen, ist unser Platz“.
 
Begleitet wurde der Eröffnungsgottesdienst von starken Stimmen und hochkarätiger instrumentaler Musik: Der Chor der ehrenamtlichen Möglichmacher:innen unter Leitung von Christiane Brasse-Nothdruft und Petra Cziesla sowie die drei Musiker Erwin Ditzner (Drus), Paata Demurishvili (Klavier) und Florian Wehse (Trompete) waren Teil dieses besonderen Gottesdienstes. Gesang und Instrumentales klangen weit über das Gelände und erhielten vielfach Applaus. Bevor viele der Gäste trotz der ungemütlichen Temperatur zum Empfang blieben, wurden die Möglichmacher:innen von den beiden Dekanen sowie von Pfarrerin Nina Roller und Gemeindereferentin Barbara Kraus vom Büro Kirche auf der BUGA gesegnet.
 
(dv/schu)