Erzbischof Burger weiht Dilson Daldoce Jr. zum Priester

24.04.2023 | Priesteramtskandidat war in der Seelsorgeeinheit Rheinfelden als Diakon tätig

Rheinfelden/Freiburg. „Ich möchte vom liebenden und wirkenden Gott, den ich erlebe, weitererzählen. Und nicht nur durch Worte, sondern auch mit Taten. Als Priester darf ich am besonderen Dienst teilnehmen, den Christus seiner Kirche anvertraut hat: Durch das Evangelium und die Sakramente der Welt Hoffnung verkünden, sie spürbar machen“, sagt Dilson de Oliveira Daldoce Junior aus der Pfarrei Nossa Senhora Imaculada Conceição in Muriaé (Bundesstaat Minas Gerais, Brasilien). Am Sonntag, 7. Mai um 14.30 Uhr, wird er im Freiburger Münster von Erzbischof Stephan Burger zum Priester geweiht. Der Gottesdienst wird im Internet auf www.ebfr.de/livestream sowie auf www.facebook.com/erzdioezese.freiburg und www.youtube.com/user/erzbistumfreiburg übertragen.

Von Rio de Janeiro nach Rheinfelden

Als Diakon war der Priesteranwärter in der Seelsorgeeinheit Rheinfelden tätig. Ursprünglich stammt er aus Brasilien und wollte zunächst Priester in seinem Heimatland werden. Stark inspiriert durch das Glaubenszeugnis der Priester seiner Heimatpfarrei, insbesondere des Pfarrers seiner Jugendzeit, eines spanischen Diözesanmissionars, trat er dort in das Priesterseminar ein. Auf seinem Weg zum Priesteramtskandidat erwarb er zunächst den Bachelor in Philosophie mit einer Arbeit über die deutsche Philosophin Edith Stein. Nach Abschluss seines Bachelor-Studiums sammelte Daldoce berufliche Erfahrungen, da er, um seine weitere Ausbildung zu finanzieren, in einer Bank als Berater für ausländische Kundinnen und Kunden arbeitete und darüber hinaus auch als Englischlehrer tätig war.
 
Schließlich bekam Dilson Daldoce ein Stipendium von der Päpstlichen Lateranuniversität in Rom, um dort seine theologische Ausbildung weiterzuführen. In Rom studierte er insgesamt sieben Jahre und schloss zusätzlich zum Studium der Theologie auch das Lizenziat in Philosophie ab. Ebenso begann er dort eine Promotion in Philosophie, nach deren Abschluss er eigentlich wieder nach Brasilien zurückkehren wollte. 

Forschungsinteresse an Edith Stein brachte Daldoce zur deutschen Sprache

Doch von Rom aus zog Daldoce nach Deutschland, eine Entscheidung, die auch mit seinem anhaltenden Interesse an der Heiligen Edith Stein verbunden ist: „Seit Anfang meines philosophischen Studiums war ich von der Figur und vom Werk Edith Steins sehr beeindruckt. Über sie und ihre Dissertation über das Phänomen der Einfühlung habe ich meine erste Bachelorarbeit geschrieben, und danach beschäftigte ich mich weiter mit ihren Werken“, berichtet er. 
 
Daldoces Forschungsinteresse war schon ausschlaggebend für sein Stipendium in Rom, das wiederum, so der zukünftige Priester, sein Leben veränderte. Als Priesteramtskandidat für das Erzbistum Rio de Janeiro wurde Daldoce in ein deutsches Kolleg in Rom geschickt, um die deutsche Sprache für sein Studium zu erlernen. „So bin ich am Päpstlichen Kolleg am Campo Santo Teutonico gelandet, dessen Rektor ein Freiburger Priester war, Prälat Dr. Hans-Peter Fischer.“ Die Idee, in Deutschland die Priesterausbildung fortzusetzen, nahm dort langsam Gestalt an. „Im Einvernehmen mit meinem damaligen Erzbischof, dem Kardinal von Rio de Janeiro, habe ich mich dann für das Erzbistum Freiburg entschieden.“ Seit Oktober 2020 ist der Priesteranwärter nun in Deutschland und war ab 2021 als Praktikant und später als Diakon in Rheinfelden tätig.
 
„Mein Glaube gibt meinem Leben Sinn. So spüre ich es. Für die Frage, warum ich auf der Welt bin, komme ich zu keiner besseren Antwort als die, die schon aus dem Vorwort des Katechismus der Kirche hervorgeht: um Gott zu erkennen, zu lieben und zu dienen“, sagt der zukünftigen Priester. Leiten lässt er sich deshalb von seinem Primizspruch aus dem Johannesevangelium: „Der Eifer für dein Haus verzehrt mich“ (Joh 2, 17).

Priesterweihe im Freiburger Münster

Zu Beginn der Weiheliturgie wird der Kandidat vorgestellt. Der Regens richtet die Bitte an den Erzbischof, dem Diakon die Priesterweihe zu spenden. Nach dem Wortgottesdienst bekundet der Kandidat vor der Gemeinde seine Bereitschaft zur Übernahme dieses geistlichen Amtes und verspricht dem Erzbischof und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam. Anschließend leitet die Allerheiligenlitanei, das Gebet der Gemeinde, zur eigentlichen Weihe über: Der Erzbischof und nach ihm weitere bei der Weihe anwesende Priester legen dem Kandidaten in Stille die Hände auf. Nach dem anschließenden Weihegebet des Erzbischofs folgen die sogenannten ausdeutenden Riten: das Bekleiden mit dem Messgewand, die Salbung der Hände mit Chrisam, das Überreichen von Kelch und Hostienschale für die Feier der Eucharistie sowie der Friedensgruß. Danach feiert der neugeweihte Priester zusammen mit dem Erzbischof die Eucharistie.

Gottesdienste u.a. in Rom, Rheinfelden und Rio de Janeiro

Als neugeweihter Priester wird Dilson Daldoce an verschiedenen Orten erste Gottesdienste feiern:
  • 11.05. um 18.30 Uhr im Campo Santo Teutonico, Rom
  • 13.05. um 18.00 Uhr in St. Josef, Rheinfelden mit anschließendem Empfang und Gemeindefest
  • 21.05. um 19 Uhr in der Kirche „N. Sra. Imaculada Conceição“, Muriaé (im Bundesstaat Minas Gerais/Brasilien)
  • 27.05. um 9 Uhr im „Santuário Cristo Redentor“ (Heiligtum zum Christus der Erlöser), Rio de Janeiro (Brasilien)
  • 28.05. um 10 Uhr in der „Catedral Metropolitana de São Sebastião“ (Kathedrale von Rio de Janeiro), Rio de Janeiro (Brasilien)
  • 28.05. um 19.30 Uhr in der Kirche „Bom Pastor e N. Sra. De Fátima“, Rio de Janeiro (Brasilien)
 
(cvl)