Erzbischof Burger weiht Matthias Friemel zum Diakon

02.06.2023 | Weihe aus dem Freiburger Münster wird per Livestream übertragen

Baden-Baden/Mannheim/Singen. Erzbischof Stephan Burger wird am Sonntag (18.06.) um 10 Uhr im Freiburger Münster Matthias Friemel aus der Pfarrei St. Nikolaus in Worblingen (Dekanat Hegau) zum Diakon weihen. Der Gottesdienst wird live im Internet auf www.ebfr.de/livestream übertragen.
 
Matthias Friemel bezeichnet seinen Gauben als Fundament seines Lebens. „Mit dem Glauben an Gott bin ich von klein auf aufgewachsen – Besuche von Gottesdiensten, Beten vor dem Essen und vor dem Schlafengehen, gemeinsames Bibellesen, all das habe ich in meiner Familie kennengelernt. Im Laufe der Jahre kam das Verständnis hinzu, was all diese Handlungen ausdrücken wollen, für mich ausdrücken: dass da Einer ist, der in sich vollkommen ist und sich dennoch – oder gerade deswegen – aus Liebe dem Menschen zuwendet, mein Leben erfüllen, ihm Halt und Richtung geben will. Die Erfahrung dieser Gegenwart Gottes in meinem Leben weckt in mir die Sehnsucht, ihn tiefer zu erfahren, im Gebet, mithilfe der Bibel und durch die Theologie, das Suchen nach Gott mit der Vernunft. Ebenso ist es mir wichtig, von dieser erfahrenen Nähe Gottes zu erzählen, dadurch, dass ich mich in der Kirche für seine Botschaft einsetze und Menschen aus dem Glauben heraus begegne, nach dem Vorbild Gottes.“ Für den 28-Jährigen ist klar: „Ohne dieses Vertrauen zu Gott, die Beziehung zu ihm, würde mir etwas Entscheidendes fehlen.“
 
Matthias Friemel studierte zunächst ab 2014 an der Justus-Liebig-Universität Gießen den Kombinations-Bachelorstudiengang in Geschichts- und Kulturwissenschaften mit dem Hauptfach Katholische Theologie und den Nebenfächern Klassische Philologie/Latinistik und Geschichte. Sein Studium setzte er anschließend in Freiburg und Salamanca fort. Nach einem Gemeindepraktikum 2019 in der Seelsorgeeinheit Baden-Baden-Oos, ist Matthias Friemel im Rahmen seines Pastoralkurses und mit Blick auf sein Diakonatsjahr seit Oktober 2022 in der Seelsorgeeinheit Mannheim Süd tätig.
 
Die Entscheidung, Priester zu werden, beschreibt Matthias Friemel als einen über die Jahre herangereiften Prozess. „Schon als Ministrant nach der Erstkommunion fand ich die Feier und das Mitwirken in der Liturgie spannend und habe mir die Frage gestellt, was die verschiedenen Zeichen bedeuten“, berichtet der angehende Diakon. So kam es auch im Laufe der Zeit zu einem theologischen Interesse. Nach dem Abitur hatte sich der junge Mann zunächst für einen Bundesfreiwilligendienst im CVJM-Gästehaus in Unteröwisheim entschieden und dort mit zwölf anderen Freiwilligen in seinem Alter in einer WG gewohnt. Dort habe er gemeinsam den christlichen Glauben gelebt und auch darüber gesprochen. „Ich war in dieser Gruppe der einzige Katholik und so ergab sich für mich die Frage, was ‚unser‘ Besonderes ist und welche Gründe es dafür gibt. In diesem Kontext kam die Idee auf, Theologie zu studieren und den Weg zum Priesteramt einzuschlagen. Dabei kann ich mich nicht an ein spezielles Ereignis der Berufung zurückerinnern, aber im Laufe der Zeit habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass dies für mich der richtige Weg ist“, sagt Matthias Friemel rückblickend.
 
Auf seinem Weg zum Priesteramt erfährt der Theologe Zuspruch von seinem Freundeskreis und seiner Familie, die ihn stets unterstützt hat. Matthias Friemels Leitspruch mit Blick auf die anstehende Diakonweihe lautet: „Meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast“ (Lk 2,30f.).

Diakonweihe: auf dem Weg zur Priesterweihe

Die Weihe zum Diakon ist für Matthias Friemel eine Station auf dem Weg zur Priesterweihe und gilt als vorläufiger Höhepunkt auf dem Berufungs- und Ausbildungsweg als Priesterkandidat. Seit Herbst 2022 arbeitet er in einem einjährigen Pastoralpraktikum in einer Seelsorgeeinheit der Erzdiözese Freiburg und bereitet sich intensiv auf seine Diakonweihe vor. Das Wort „Diakon“ stammt vom griechischen Verb „diakonein“. Es bedeutet „dienen“ und „fürsorglich helfen“. 
 
Während der Diakonweihe gibt es eine Reihe besonderer Rituale: Der Weihekandidat liegt während der Allerheiligenlitanei ausgestreckt vor dem Altar – Ausdruck dafür, dass sich der angehende Diakon vorbehaltlos in den Dienst Gottes stellen möchte. Dann folgt das freiwillige Versprechen, ein Mann des Gebets zu sein, den Armen zu helfen, in Ehelosigkeit zu leben und dem Bischof die Treue zu halten. Nun legt der Kandidat seine Hände in die des Bischofs – ein Ausdruck des gegenseitigen Vertrauens. Die eigentliche Weihehandlung vollzieht sich dann durch die Handauflegung des Bischofs und das von ihm gesprochene Weihehochgebet. Im Anschluss daran wird der Diakon mit der Stola und der so genannten Dalmatik bekleidet, die Zeichen seines Dienstamtes sind. Er erhält zudem ein Evangeliar überreicht, denn die Verkündigung des Evangeliums ist eine seiner zentralen Aufgaben. Am Ende der Weihe entbietet der Bischof den neugeweihten Diakon als Zeichen der Wertschätzung den Friedensgruß.
 
(cvl)