„Lebensbegleiterin“ für alle sein

06.07.2023 | Weihbischof Würtz beauftragt Diana Shimoail als Pastoralreferentin

Wiesbaden/Donaueschingen. Am Samstag (15.07.) beauftragt Weihbischof Dr. Christian Würtz in St. Marien in Donaueschingen vier Frauen und zwei Männer als Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten. Eine von ihnen ist Diana Shimoail, die aus Wiesbaden stammt und in der Seelsorgeeinheit Donaueschingen im Dekanat Schwarzwald- Baar tätig ist. 
 
Diana Shiomails Kindheit und Jugend war vom kirchlichen Leben in ihrer Heimat geprägt. Insbesondere die kirchliche Jugendarbeit, berichtet sie, habe sie nachhaltig geprägt und begeistert. „Auch die Begleitung Erwachsener zur Taufe dort hat mich motiviert, mich näher mit den Fragen nach Gott, dem Sinn des Lebens und mit der seelsorglichen Begleitung von Menschen zu beschäftigen“, sagt sie. Während der Zeit Ihres Theologie-Studium an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen/Frankfurt a.M. war Diana Shimoail ab 2017 als pädagogische Hilfskraft in einer Fördereinrichtung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Schwerst-Mehrfachbehinderung tätig. „Die Arbeit mit Menschen mit Behinderung hat mich auch entscheidend beeinflusst und mir gezeigt, dass die christliche Botschaft Menschen befähigen kann, sich für andere Menschen einzusetzen, die schutzbedürftig sind und auf Hilfe angewiesen sind. Sich für Randgruppierungen einzusetzen ist für mich ein herausstechendes Merkmal der christlichen Botschaft. Der Kontakt und die Zusammenarbeit im Alltag mit den Bewohnenden in der Caritaseinrichtung hat mir gezeigt, wie wichtig seelsorgliche Begleitung sein kann und dass man als Seelsorgerin im Grunde genommen Lebensbegleiterin ist, Menschen schützt, stützt und begleitet“, sagt die 33-Jährige.
 
Ihren Schwerpunkt sieht die angehende Pastoralreferentin in der Zusammenarbeit mit Jugendlichen, jungen Erwachsenen und der sogenannten „Generation Y“. „Gemeinsam mit anderen zu überlegen, wie man diese Altersgruppen erreichen kann, ist hier zentral. Das bedeutet, sie in ihren Fragen und Sorgen nach dem beruflichen Werdegang, den Herausforderungen und Überforderungen der gesellschaftlichen Ideale, Fragen nach Partnerschaft, Familie, Liebe und Sexualität ernst nehmen“, sagt Diana Shimoail. Dies bedeute auch, in der Kirche neue Räume zu schaffen, die zunächst für den ein oder anderen unkonventionell erschienen, aber Zugang für die Menschen böten, um über Schwierigkeiten und Herausforderungen zu sprechen und Angebote für Menschen dieser Generationen zu schaffen. „Ich glaube, dass Kirche auf Zukunft hin andere Räume braucht, um Begegnung und Gemeinschaft zu ermöglichen und jungen Menschen zur Seite zu stehen um ihnen Halt, Zuversicht und vor allem Vertrauen zu schenken und vor allem um Kirche erlebbarer zu machen,“ stellt die Theologin fest.
 
Deshalb sieht Diana Shimoail die Zukunft der Kirche auch in der Vernetzungsarbeit. Maßgeblich gelernt hat Sie das Arbeiten in Netzwerkstrukturen in der Diaspora-Situation in Ihrer Ausbildungspfarrei im Bistum Limburg. Dort hat Sie ihre Ausbildung zur Seelsorgerin absolviert. In der Zusammenarbeit mit evangelischen und anders konfessionellen christlichen und religiösen Gemeinschaften, mit Kommunen, Verbänden und Vereinen könne man so Synergieeffekte nutzen. Eine Herausforderung sei es dabei, nicht den persönlichen Kontakt zu den Menschen in den „eigenen „Pfarreien“ zu verlieren. „Hier die Balance zu halten wird eine große Herausforderung sein“, sagt die Seelsorgerin. Mit Blick in die Zukunft ist sie sich aber sicher: „Kirche hat einen enorm wichtigen Platz in der Gesellschaft und auch eine Meinung, vor allem aber eine frohmachende Botschaft von Nächstenliebe und allem, was Leben und Entfaltung von Leben ausstrahlt und fördert. Das soll meiner Meinung nach mehr raus an die Menschen als ohnehin, nicht nur durch Worte, vor allem durch Taten.“  
 
Für ihre Arbeit als Seelsorgerin ist es Diana Shimoail wichtig, „in einer Einfachheit gemeinsam mit anderen Menschen Kirche zu stärken, mitaufzubauen, kreativ zu bereichern und denjenigen Mut zu spenden, die die Hoffnung an Kirche und vielleicht auch in ihrem Glauben verloren haben“, sagt die angehende Pastoralreferentin. Leiten lässt sie sich dabei von einem Spruch aus der Bibel: „Der Geist ist es, der lebendig macht.“ (Joh 6,63)

Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten: Theologie und Seelsorge

Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten sind hauptamtlich Mitarbeitende, die in allen Bereichen der Seelsorge und im Religionsunterricht eingesetzt werden. Sie haben ein Theologiestudium und eine dreijährige Berufseinführung absolviert und arbeiten zum Beispiel im Seelsorgeteam einer Seelsorgeeinheit oder in Sonderfunktionen. Sie bringen christliche Werte in sozialen, kulturellen, ethischen, wissenschaftlichen und schulischen Kontexten ein. Seit 1976 hat dieser Beruf in der Erzdiözese Freiburg einen unverzichtbaren und bewährten Platz im Miteinander der verschiedenen pastoralen Dienste. Derzeit sind rund 300 Frauen und Männer als Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten sowie Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten (Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten in der Ausbildung) in der Erzdiözese tätig.
 
(cvl)