„Ein hörender Seelsorger sein“

03.07.2023 | Weihbischof Würtz beauftragt Vinith Arattukulam als Pastoralreferenten

Waldshut-Tiengen/Baden-Baden/Freiburg. Am Samstag (15.07.) beauftragt Weihbischof Dr. Christian Würtz in St. Marien in Donaueschingen vier Frauen und zwei Männer als Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten. Einer von ihnen ist Vinith Arattukulam, der in Stühlingen geboren und in Waldshut-Tiengen aufgewachsen ist und in der Seelsorgeeinheit Freiburg-Wiehre-Günterstal im Dekanat Freiburg tätig ist. 
 
Rückblickend sieht Vinith Arattukulam seinen Glauben als einen roten Faden, der in durch sein bisheriges Leben geführt hat. In seiner Jugendzeit beschreibt er seine Erstkommunion-Vorbereitung und Firm-Erfahrung als prägende Erlebnisse, ebenso wie die Brüder von Taizé, die ihn inspiriert hätten. Nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr wollte er dann „mehr“ wissen und entschied sich für ein Theologiestudium in Freiburg. Den Beruf des Pastoralreferenten findet er insbesondere vielfältig und für ihn selbst bereichernd: „Ich komme mit unterschiedlichsten Menschen in Kontakt und lerne unglaublich viel über das Leben und die Welt, Gott und mich selbst. Meine Gaben kommen dabei gut zum Tragen und gleichzeitig erweitere ich meine Komfortzone. Ich möchte mithelfen, das Evangelium zu verkünden und im Sinne Jesu Gutes zu tun.“ Nach seinem Studium entschied sich Vinith Arattukulam deshalb für eine Ausbildung zum Pastoralreferenten. Nach ersten praktischen Erfahrungen in der Seelsorgeeinheit Baden-Baden, ist er derzeit in Freiburg tätig.  
 
Aufgabe und gleichzeitige Herausforderung sieht der 31-Jährige darin, das Evangelium aus der Perspektive anderer neu zu erfahren und für das Leben jedes Menschen verständlich zu machen. „Wir dürfen wie etwa Paulus mutige Zeugen für die gute Nachricht sein und dazu stehen, wenn wir zum Beispiel in der Straßenbahn auf unseren Glauben angesprochen werden. Immer und immer wieder die Gottesfrage stellen und den Namen Jesus in die Gesellschaft und die Kirche hineinsagen. Und: hinhören, zuhören.“
 
Wichtig ist es ihm, die Vielfalt der Gottesdienstfeier mitzuentwickeln und sie dabei unter anderem auch stärker mystisch-meditativ zu gestalten. „Ich möchte ein hörender Seelsorger sein und suche dabei auch Kontakt zu Menschen, denen das Christentum nicht nahe steht“, betont der angehende Pastoralreferent. Seine persönliche Erfahrung mit Gott will er weitergeben. „Ich möchte mit ermöglichen, dass Menschen Gotteserfahrungen machen und sie in ihrem Fragen, Suchen und Ringen ein Stück begleiten. Sie sollen spüren, dass der Glaube an Gott keine Floskel, sondern in erster Linie etwas zutiefst Lebendiges ist und mit ihrem Leben zu tun hat“, betont er.
 
In seiner Aufgabe als Seelsorger möchte er schauen, was sein Gegenüber im Inneren wirklich braucht, denn Jesus, so betont der Theologe, habe den Menschen ins Herz geschaut und sie im Innersten aufgerichtet. Vinith Arattukulam ist sich sicher: „Das Gute ereignet sich im Hier und Jetzt.“ Bei seinem Wirken ist Vinith Arattukulam deshalb folgender Spruch besonders wichtig: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,20)

Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten: Theologie und Seelsorge

Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten sind hauptamtlich Mitarbeitende, die in allen Bereichen der Seelsorge und im Religionsunterricht eingesetzt werden. Sie haben ein Theologiestudium und eine dreijährige Berufseinführung absolviert und arbeiten zum Beispiel im Seelsorgeteam einer Seelsorgeeinheit oder in Sonderfunktionen. Sie bringen christliche Werte in sozialen, kulturellen, ethischen, wissenschaftlichen und schulischen Kontexten ein. Seit 1976 hat dieser Beruf in der Erzdiözese Freiburg einen unverzichtbaren und bewährten Platz im Miteinander der verschiedenen pastoralen Dienste. Derzeit sind rund 300 Frauen und Männer als Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten sowie Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten (Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten in der Ausbildung) in der Erzdiözese tätig.
 
(cvl)