Freiburg. Seit vielen Jahren besteht zwischen der Erzdiözese Freiburg und Peru eine lebendige Partnerschaft, aus der viele Freundschaften und Projekte hervorgegangen sind. Zahlreiche Engagierte in den Gemeinden tragen ihren Teil dazu bei, dass die Partnerschaft ein intensiver Austausch bleibt und Projekte gemeinsam umgesetzt werden können.
Vier Engagierte stellen sich im Folgenden vor:
Martina Hamm: „Miteinander glauben und miteinander Kirche sein“
Martina Hamm aus der Kirchengemeinde Friesenheim ist eine davon. Als Leiterin der Peru-Partnerschaft, die in der Kirchengemeinde Friesenheim seit 1997 besteht, und Pfarrgemeinderatsvorsitzende beschreibt sie ihre Zielsetzung, gemeinsam mit anderen Engagierten die Partnerschaft auf verschiedenen Ebenen ins Bewusstsein zu rücken: „Sei es durch Vorträge, Gottesdienste, das Angebot peruanischen Essens, in der Arbeit mit Erstkommunionkindern und Firmanden oder so wie demnächst durch ein deutsch-peruanisches Fest.“
Seit Januar 2023 ist Martina Hamm zudem Mitglied der Bischöflichen Peru-Kommission der Erzdiözese und betont: „Meine Hoffnung ist, noch mehr Menschen für die Partnerschaft zu begeistern, vor allem auch junge Menschen. Denn ich durfte in den vergangenen Jahren so vieles lernen und habe so wertvolle Erfahrungen gemacht. Ich konnte in vielen Besuchen unser Partnerland Peru mit seinen Menschen und der großartigen Gastfreundschaft kennen und lieben lernen.“
Für sie hat durch die Peru-Partnerschaft das „miteinander glauben und miteinander Kirche sein“ eine neue Bedeutung bekommen. „Der Blick über die eigene Kirchturmspitze hinaus weitet den eigenen Horizont und lässt Weltkirche spüren“, sagt Hamm. So trage jeder Einzelne zum Gelingen der Partnerschaft bei, auf deutscher und peruanischer Seite: „Laien und Kleriker gemeinsam – nur so hat die Partnerschaft Zukunft und auch unsere Kirche.“
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Roswitha Nikolaus: „Arbeit zur Ehre Gottes und zum Wohle der Menschen“
Roswitha Nikolaus ist aus dem Perukreis St. Martin Zeutern-Stettfeld-Ubstadt (Seelsorgeeinheit Forst-Ubstadt-Weiher), den sie seit rund 35 Jahren leitet. „Unsere Zusammenarbeit ist geprägt von großem Engagement und gegenseitigem Vertrauen, wir sind eine gute Gemeinschaft. Jeder bringt sich im Rahmen seiner Möglichkeiten ein, das ist unsere Devise“, sagt sie. Die Mitmach-Möglichkeiten vor Ort sind dabei vielfältig: Die Engagierten feiern Peru-Gottesdienste, veranstalten Bastelaktionen mit Kindern oder einen Bücherflohmarkt.
„Mein persönliches Engagement bezeichne ich als ‚Arbeit zur Ehre Gottes und zum Wohle der Menschen‘, letztlich begründet im Gebot der Gottes- und Nächstenliebe“, sagt Roswitha Nikolaus. Durch die gegenseitigen Besuche seien viele grenzüberschreitende Freundschaften entstanden. Außerdem würden Vorurteile und Klischees abgebaut. Zugleich betont Roswitha Nikolaus: „Es ist wichtig, dass sich neue Interessierte in der Partnerschaft engagieren, da die Kontakte, der Austausch und die Unterstützung mit der Partnergemeinde weitergehen sollen. Außerdem fließen dadurch neue Ideen in die Arbeit ein. Jüngere Menschen sprechen auch wiederum jüngere Menschen an.“
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Thomas Schmidl: „Leben und Glauben teilen“
Thomas Schmidl ist seit 1990 in der Peru-Partnerschaft der Erzdiözese Freiburg aktiv. „Die Begegnung mit Menschen in Peru hat mir den Blick geöffnet für den Zustand unserer Welt, in der wenige Reiche auf Kosten des globalen Südens leben“, sagt er. „Diese Erkenntnis ist für mich mit Gesichtern und ihren Lebensgeschichten verbunden und hat mich in konkreten Kontakt mit den Armen dieser Welt gebracht. Er stellt unseren Lebensstil in Frage und zeigt mir, dass es mehr bedarf als nur etwas von unserem Reichtum abzugeben.“ So wurde die Widerstandskraft der peruanischen Partner für ihn „zu einer Hoffnung für die Welt, aber auch für mein Christsein, dass wir gemeinsam etwas verändern können.“
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Sylvia R. Federer: „Spiritualität, Kommunikation und Solidarität“
Sylvia R. Federer ist in der Peru-Partnerschaft der Erzdiözese Freiburg zwischen Staufen und Batagrande aktiv. „Die Teams unserer Partnerschaft haben sich auf beiden Seiten immer wieder neu orientieren müssen“, sagt sie. So forderten Gesellschaft, Politik und Kirche dazu heraus, sich mit den Veränderungen auseinanderzusetzen und die Aktivitäten anzupassen. Sie betont: „Grundsätzlich orientieren wir uns weiterhin an den drei Pfeilern der Partnerschaft – Spiritualität, Kommunikation und Solidarität –, aber auch diese wurden mit neuen Inhalten angereichert. Ich bin überzeugt, dass es auch in den nachfolgenden Generationen Menschen geben muss und wird, die über den eigenen Tellerrand hinausschauen und ‚Welt-Kirche‘ wagen.“
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Mehrere Jahrzehnte gelebte Peru-Partnerschaft
1986 wurde die Partnerschaft zwischen der Erzdiözese Freiburg und der katholischen Kirche in Peru offiziell begründet. Die derzeit bestehenden rund 90 Partnerschaften werden ergänzt durch zahlreiche Initiativen, die die katholische Kirche in Peru und die Erzdiözese Freiburg miteinander verbinden. Am 3. November, dem Gedenktag des peruanischen Nationalheiligen Martin de Porres, findet jährlich der Gebetstag der Partnerschaft statt, an dem Menschen in Peru und in der Erzdiözese mit- und füreinander sowie für die gegenseitigen partnerschaftlichen Beziehungen beten. Die gemeinsamen Verbindungen werden außerdem durch wechselseitige Besuche gestärkt.
Bei einem internationalen Begegnungstreffen am 21. und 22. Juli besuchen 50 junge Erwachsene aus Peru das Erzbistum Freiburg. In verschiedenen Veranstaltungen stehen der internationale Austausch und gemeinsame Überlegungen über neue Wege der Partnerschaft im Vordergrund. Weitere Informationen: www.partnerschaft-freiburg-peru.de.
Bei einem internationalen Begegnungstreffen am 21. und 22. Juli besuchen 50 junge Erwachsene aus Peru das Erzbistum Freiburg. In verschiedenen Veranstaltungen stehen der internationale Austausch und gemeinsame Überlegungen über neue Wege der Partnerschaft im Vordergrund. Weitere Informationen: www.partnerschaft-freiburg-peru.de.
(kas/mm)






