„Der Weg findet dich“ – eine Pilgerreise mit dem Bus und zu Fuß nach Portugal
Rund 2.000 Kilometer trennen Freiburg von Lissabon: So wird der lange Anreiseweg Teil der Weltjugendtag-Erfahrung für die Gruppe. Geplant ist beispielsweise ein Stopp in Lourdes, um die Marienwallfahrtsstätte zu besuchen. In Ávila werden sich die Reisenden auf die Spuren der Kirchenlehrerin Teresa von Ávila begeben. Von Pamplona aus pilgern die Teilnehmenden außerdem 25 Kilometer auf dem Jakobsweg. Auf diese gemeinsame Erfahrung zu Fuß freut sich Katharina Knöller besonders. Auch sonst blickt sie voller Vorfreude auf die anstehende Reise: „Die Gemeinschaft, mit anderen unterwegs zu sein, motiviert mich sehr. Und auch, dass ich das gemeinsam mit meiner Schwester erleben darf“, sagt die 23-Jährige, die derzeit Heilpädagogik studiert.
Dass eine solche Fahrt eine logistische Herausforderung ist, weiß Susanne Spieß, die die Reise mitorganisiert hat und begleiten wird: So gibt es verschiedene Teams, die sich beispielsweise beim Beladen des Busses einbringen oder für die Verpflegung sorgen. Übernachten werden die Teilnehmenden in Pilger- und Jugendherbergen, Turnhallen, in einer Zeltstadt in Lourdes und in Gastfamilien. Für Susanne Spieß war es eine bewusste Entscheidung, nicht zum Weltjugendtag zu fliegen: „Wir haben uns für eine umweltschonendere Form des Reisens entschieden. Der Vorteil ist, neben einer umweltfreundlicheren Anreise, dass wir die Distanz von Deutschland nach Portugal intensiver erleben. Unsere Reiseroute ist für uns ein Pilgerweg – mit Erlebnissen an vielen interessanten, geistlichen Orten und Begegnungen mit inspirierenden Persönlichkeiten. Vom Pilgern heißt es: Nicht du findest den Weg, sondern der Weg findet dich. Wir lassen uns überraschen, was dieser Weg für uns und jeden Einzelnen bereithält“, sagt sie.
Papstbesuch ist ein Höhepunkt des internationalen Treffens
„Die internationale Begegnung ermöglicht es uns, Menschen aus anderen Kulturen kennen zu lernen“, berichtet Julia Knöller. Für die 21-Jährige, die gerade eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin macht, ist der Weltjugendtag eine Chance für die Katholische Kirche. „Das Treffen zeigt, dass Kirche auch Ort für junge Menschen ist,“ sagt sie. An 90 verschiedenen Orten über die ganze Stadt verteilt wird es Gottesdienste, Konferenzen, Ausstellungen, Musik-, Sport- und Theaterveranstaltungen und vieles mehr geben. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) etwa lädt am Mittwoch (02.08.) ins Goethe Institut Lissabon zu einer Veranstaltung zum Thema „Klimagerechtigkeit und Kolonialismus" ein. Höhepunkt dürften die Begegnungen mit Papst Franziskus sein, insbesondere die Vigilfeier am Samstag (05.08.) im Tejo-Park. Stimmungsvoll wird das weitreichende Gelände am Fluss mit Kerzenlicht erleuchtet sein und Menschen aus aller Welt werden gemeinsam mit dem Heiligen Vater beten.
Julian Donner, der die Diözesanstelle „Berufe der Kirche“ leitet und ebenfalls die Reisegruppe begleiten wird, betont: „Kirche ist jung und beim Weltjugendtag ist das besonders erlebbar. Gespannt bin ich, welche Theologie der Papst dieses Mal für die jungen Menschen bereithält. In der Geschichte der Weltjugendtage ist es üblich, dass der Heilige Vater die Jugend ermutigt und die Theologie der Kirche mit Jugendthemen bereichert.“
Zum Hintergrund
Die jungen Katholikinnen und Katholiken versammeln sich Anfang August in einem Land, das auch im 21. Jahrhundert vom katholischen Glauben geprägt ist: Etwa 80 Prozent der Bevölkerung Portugals ist katholisch. Bekannt ist das Land auf der iberischen Halbinsel unter anderem für seine große Marienverehrung und für den „Camino Português“, den portugiesischen Jakobsweg, der von Porto ins spanische Santiago de Compostela führt. Außerdem befindet sich in Portugal Europas größter Wallfahrtsort: In Fátima soll drei Kindern im Jahr 1907 die Muttergottes erschienen sein.
Die Weltjugendtage gehen zurück auf eine Initiative von Papst Johannes Paul II, der 1984 zum „Internationalen Jubiläum der Jugend“ nach Rom eingeladen hat. Seitdem finden alle zwei bis drei Jahre internationale Weltjugendtage für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 35 Jahren statt. Zuletzt trafen sich 2019 in Panama 700.000 Teilnehmende. Zu jedem WJT veröffentlicht der Papst eine Botschaft an die jungen Menschen, die sich an dem jeweiligen Motto orientiert. In diesem Jahr steht das Treffen unter dem Leitwort „Maria stand auf und machte sich eilig auf den Weg. – Lk 1,39“.
Weitere Infos zum Weltjugendtag gibt es hier https://wjt.de bzw. auf www.lisboa2023.org/en.
(cvl)



