Freiburg. Neuer Schwung für eine langjährige Partnerschaft: Im Rahmen eines internationalen Begegnungstreffens haben 50 junge Peruanerinnen und Peruaner die Erzdiözese Freiburg besucht. In der Katholischen Akademie in Freiburg tauschten sich die Gäste aus Südamerika am Samstag (22.07.) mit zahlreichen Interessierten und Engagierten aus dem Erzbistum aus. Im Mittelpunkt der Workshops standen gemeinsame Überlegungen über neue Wege der Partnerschaft zwischen der Erzdiözese und Peru. Abgeschlossen wurde der Projekttag durch einen feierlichen Gottesdienst mit dem Freiburger Erzbischof Stephan Burger, dem Erzbischof von Cuzco, Richard Daniel Alarcón Urrutia, dem Weihbischof von Huancayo, Luis Alberto Huaman Camayo, und Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Martin Maier SJ.
Im Anschluss reisten die Peruanerinnen und Peruaner für eine Woche in die Gastfamilien in der Region. Krönender Abschluss ihrer Europareise ist der Besuch des Weltjugendtags in Lissabon.
Gemeinsames Engagement im Kampf gegen Klimawandel
In den Workshops diskutierten die insgesamt 125 Teilnehmenden zentrale Zukunftsthemen wie Umwelt und Klimawandel, Partnerschaft, Demokratie, Diversität und Spiritualität. Weihbischof Dr. Peter Birkhofer, Leiter der Hauptabteilung Weltkirche, Ökumene, religiöser Dialog im Erzbischöflichen Ordinariat, betonte zu Beginn der Veranstaltung die Verbundenheit in der Partnerschaft mit Peru. „Wir sind durch Gott in einer Dynamik, über Grenzen hinweg, einander zu begegnen und immer wieder neu Kommunikation zu üben und zu pflegen. Das werden wir in den kommenden Tagen auch beim Weltjugendtag in Lissabon erleben“, sagte der Weihbischof.
Beim Austausch machten die peruanischen und deutschen jungen Erwachsenen ihr gemeinsames Engagement für den Umwelt- und Klimaschutz sowie den Wunsch nach einem Ausbau der Partnerschaft deutlich. Nur gemeinsam und im Austausch miteinander könne die Partnerschaft funktionieren.
„Glauben offen auszuleben“
María José Centeno (19 Jahre) aus Lima wohnt schon seit einiger Zeit in Deutschland. „Als ich 15 Jahre alt war, habe ich Urlaub in Deutschland gemacht und danach zuhause in Peru Deutsch gelernt. Seit vier Monaten studiere ich an der Uni in Siegen Informatik und bleibe dort noch für vier weitere Jahre“, sagte sie. Besonders gespannt sei sie auf den Austausch zwischen der deutschen und der peruanischen Kultur. „Ich freue mich auch sehr, neue Freundschaften zu schließen und andere Jugendliche zu treffen. Besonders freue ich mich, meinen Glauben offen auszuleben und vertreten zu dürfen.“
Luis Briceño (34 Jahre) aus der peruanischen Hauptstadt Lima, ist nach eigenen Worten seit seinem elften Lebensjahr im Peru-Kreis engagiert. Seit vier Jahren mache er sich in verschiedenen Vereinen in der Jugendarbeit stark und wolle die Interessen und Vorstellungen der jungen Menschen in Peru vertreten. Sein Hauptziel für das Begegnungstreffen sei es, die Partnerschaft voranzubringen und die Ideen in der Heimat umzusetzen.
Hilfe zur Selbsthilfe
Im feierlichen Gottesdienst am Samstagabend mit den Erzbischöfen von Freiburg und Cuzco sagte Adveniat-Hauptgeschäftsführer in seiner Predigt, es sei wichtig, „Brücken zu bauen statt Mauern zu errichten“. Die Menschen bräuchten Hilfe zur Selbsthilfe und persönliche Begegnungen. „Adveniat ist der Ausdruck der Solidarität mit der Kirche und den Menschen Lateinamerikas. Demgemäß fördert Adveniat den Aufbau einer solidarischen Kirche“, sagte Pater Maier.
1986 wurde die Partnerschaft zwischen der Erzdiözese Freiburg und der katholischen Kirche in Peru offiziell begründet. Die derzeit bestehenden rund 90 Partnerschaften werden ergänzt durch zahlreiche Initiativen, die die katholische Kirche in Peru und die Erzdiözese Freiburg miteinander verbinden. Am 3. November, dem Gedenktag des peruanischen Nationalheiligen Martin de Porres, findet jährlich der Gebetstag der Partnerschaft statt, an dem Menschen in Peru und in der Erzdiözese mit- und füreinander sowie für die gegenseitigen partnerschaftlichen Beziehungen beten. Die gemeinsamen Verbindungen werden außerdem durch wechselseitige Besuche gestärkt.
(kr/mm)


