1,5 Millionen Menschen feiern mit Papst Franziskus Abschlussgottesdienst

07.08.2023 | Teilnehmende aus Erzdiözese fühlen sich in ihrem Glauben gestärkt

Lissabon/Freiburg. Mit einem weiteren Gottesdienst der Superlative ist der Weltjugendtag am Sonntagmorgen (06.08.) in Lissabon zu Ende gegangen. Trotz hoher Temperaturen waren bereits am Vortag 1,5 Millionen Jugendliche und junge Erwachsene an den Fluss Tejo gepilgert, um mit Papst Franziskus eine Vigil zu feiern und unter freiem Himmel zu übernachten. Darunter waren auch rund 300 junge Erwachsene aus der Erzdiözese Freiburg. Beim Abschlussgottesdienst verkündete der Papst, dass der nächste Weltjugendtag 2027 in Südkorea stattfinden werde.
 
Verena Merk aus Mannheim klang am Sonntag immer noch berührt, wenn sie von den vergangenen Stunden berichtete. Mit ihren Rucksäcken, Isomatten und Schlafsäcken waren die Pilgerinnen und Pilger von der Lissaboner Innenstadt bereits am Vormittag losgezogen, um einen Platz auf dem riesigen Gelände am Flussufer zu finden. „Die Metrostationen waren überfüllt, immer wieder bildeten sich lange Schlangen in der Hitze und es hat den ganzen Tag gedauert, um im zugeteilten Sektor zu landen. Gefühlt jeder Quadratzentimeter war besetzt,“ sagte sie. Trotz der widrigen Umstände war die Mannheimerin beeindruckt vom Erlebten: Auch an diesem Abend gab es Tanz und Musik -und leuchtende Drohnen, die für die versammelten Gläubigen Botschaften an den Himmel schrieben. Mit Menschen aus aller Welt ging Verena Merk anschließend ins gemeinsame gebetet. Jule Widmann, Teilnehmerin aus Konstanz, blieb eine Beobachtung besonders im Gedächtnis: „Im Tejo-Park hat mich das Bild der Menschen berührt, die auf ihren Schlafsäcken oder sogar im Dreck gekniet haben, um zu beten. Und das in dieser riesigen Menschenmasse.“

Papst Franziskus als einende Figur in Lissabon

Bei der Feier sprach Papst Franziskus den Anwesenden Mut zu. „Im Leben ist nichts umsonst, alles muss bezahlt werden. Nur eines ist umsonst: die Liebe von Jesus! Mit dieser Freiheit, die wir haben - der Liebe Jesu - und mit dem Willen zu gehen, lasst uns in der Hoffnung gehen, lasst uns auf unsere Wurzeln schauen und vorwärts gehen, ohne Angst. Habt keine Angst!" 
 
Papst Franziskus, so beschreibt es Vikar Mike Spitschu aus der Seelsorgeeinheit St. Ursula Offenburg, spielte beim Weltjugendtag eine wichtige Rolle. „Er erreicht die Jugendlichen und begeistert die Massen mit seiner Präsenz. Er hat das Gefühl vermittelt, dass wir alle zusammengehören. Über alle Meinungen hinweg haben wir einen Punkt, auf den wir gemeinsam draufschauen können. Und dafür steht beim Weltjugendtag auch Papst Franziskus“, sagte Spitschu. Die Rolle eines einenden Papstes, wie sie Spitschu beschreibt, war bereits bei der ersten Begegnung mit den Jugendlichen am Donnerstag (03.08.) deutlich geworden. Hier betonte der Papst in seinen Grußworten: „In der Kirche ist Platz für alle.“

Die Mischung macht’s: Spirituelle Angebote und gelöste Stimmung unter Gläubigen

Die intensiven Erfahrungen des Weltjugendtags hinterlassen ihre Spuren. In den Gesprächen mit Teilnehmenden aus der Erzdiözese wurde klar, dass die Treffen mit dem Heiligen Vater zentrale Elemente des Weltjugendtages waren. Dennoch waren sich alle einig, dass die Tage in Lissabon mehr als ein Warten auf und Begegnungen mit dem Papst waren. In gelöster Stimmung zu beten, zu singen, Gemeinschaft zu erfahren, um so die Beziehung zu Jesus und zueinander zu stärken, seien besonders schöne Erfahrungen, sagte Mike Spitschu. 
 
Jule Widmann blickte zuversichtlich in die Zukunft. „Ich nehme eine große Hoffnung mit, dass wir uns über unseren gemeinsamen Glauben warmherziger begegnen können. Dieses Wohlwollen gab es sowohl unter den Pilgerinnen und Pilgern als auch im Kontakt mit den Einwohnerinnen und Einwohnern Lissabons“, sagte sie.
 
In Lissabon Gleichgesinnte zu finden, ermutigte auch den Theologie-Studenten Florian Laufkötter aus Freiburg. „Ich finde es schön, mit vielen Menschen unterwegs zu sein, die das Gleiche glauben wie ich, die das Gleiche suchen wie ich. Und das in Gemeinschaft zu machen, macht den Weltjugendtag aus“, sagte er. Für Lisa-Marie Seeger, die ebenfalls in Freiburg Theologie studiert, steht fest: „Glauben ist für mich mehr als Institution und auch die Kirche ist mehr als die Hierarchie. Beim Weltjugendtag kann man gestärkt werden, um mit Problemen umzugehen und mit neuer Energie frische Lösungen zu finden.“
 
Lukas Wehrle, Pfarrer aus der Seelsorgeeinheit Batzenberg - Obere Möhlin, war bereits zum neunten Mal bei diesen besonderen Begegnungen mit dabei. Er brachte es auf den Punkt, wenn er sagte: „Es wird gemeinsam gebetet, Messe gefeiert und es gab Beichtgelegenheiten. Und gleichzeitig erleben wir hier eine ganz ausgelassene und fröhliche Stimmung. Diese Mischung macht den Weltjugendtag zu etwas ganz Besonderem.“ Für Wehrle persönlich bedeutete der Weltjugendtag, Teil einer jungen, lebendigen und lebensfrohen Kirche zu sein.„Das tut gut.“
 
(cvl)