BUGA 23: „Kirche mit und bei den Menschen“

10.10.2023 | Abschlussgottesdienst und Abschied vom MöglichkeitsGarten

Blicken beim Abschlussgottesdienst dankbar und bewegt auf 178 Tage im kirchlichen MöglichkeitsGarten auf der BUGA 23: Dekan Karl Jung (v.l.), Projektleiterin Valentina Ingmanns, Gemeindereferentin Barbara Kraus, Pfarrerin Nina Roller und Dekan Ralph Hartmann.
Mannheim. Kirche auf der BUGA 23 war mit ihrem MöglichkeitsGarten „Kirche mit und bei den Menschen“. Sie war ein Ort, „von dem Frieden ausgeht“, wie der katholische Dekan Mannheims Karl Jung im Abschlussgottesdienst gemeinsam mit seinem evangelischen Kollegen Ralph Hartmann betonte. Viele Menschen hätten die ökumenische Open-Air-Kirche als „offen, ökumenisch und menschennah“ erlebt. Den letzten Gottesdienst auf dem kirchlichen Areal am 8. Oktober feierten mehr als 400 Menschen mit. 
 
Das Motto „hier wachsen Perspektiven“ der 178 Tage auf dem rund 700 Quadratmeter großen Kirchenareal sei voll aufgegangen: Denn tatsächlich kam im MöglichkeitsGarten vieles in Bewegung: Mit mehr als 211 kirchlichen und nichtkirchlichen Netzwerkpartner:innen wurde Neues ausprobiert, mutig diskutiert, Begeisterung geweckt und mit vielen Menschen Glaubensfreude geteilt. 
 
All das geschah unter dem weithin sichtbaren Kirchturm und dem Flatterdach, das Kennzeichen des MöglichkeitsGartens wurde. Wenn dort der Wind durchrauschte, erinnerte das daran, dass „Gottes Geist uns umweht wie Wind“, wie Dekan Ralph Hartmann sagte: „Wenn Gottes Geist gegenwärtig ist, dann können wir atmen, uns lebendig, getröstet und miteinander verbunden fühlen. Darin liegt eine große Kraft. Eine Friedenskraft“.
 
Den Abschied vom MöglichkeitsGarten auf der BUGA 23 feierten mehr als 400 Gäste mit.
Gottes Geist, führte Hartmann aus, könne man nicht einfangen oder einplanen. „Doch man kann etwas dafür tun, um ihn einzuladen“. Und das sei bei der Planung mit den vielen Beteiligten und in der Umsetzung insbesondere mit dem „Dream-Team“ von Projetkoordinatorin Valentina Ingmanns, Gemeindereferentin Barbara Kraus und Pfarrerin Nina Roller sowie dem großartigen Team der 107 ehrenamtlichen Möglichmacher:innen geschehen. Form, Ästhetik und große Freundlichkeit hätten Kirche auf der BUGA 23 als „Kraftort“ getragen, formulierten Jung und Hartmann ihren Dank für so viel wertvolles und mutiges Engagement. 
 
Dass „Gott uns nicht gegeben hat den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ habe sich auch bei inhaltlichen Schwerpunkten wie der Queeren Woche und „Leben und Sterben“ gezeigt. Was andernorts schnell polarisiere oder für Unfrieden sorge, war hier kraftvoll und besonnen angesprochen, blickte Hartmann zurück. „Unser MöglichkeitsGarten lag offensichtlich sowohl in der Frischluftschneise der Quadratestadt als auch in der des Heiligen Geistes.“
 
Das wunderbare Miteinander und den Abschied vom MöglichkeitsGarten feierten das ökumenische Team Kirche auf der BUGA 23 und die Möglichmacher:innen gemeinsam mit den Besucher:innen bei Sekt, Brezeln und mitreißender Musik. 
 
Die BUGA 23 werde Spuren hinterlassen, sind sich die Dekane sicher. Auch wenn im MöglichkeitsGarten bereits abgebaut wird, bleibt dessen Erfahrungsschatz erhalten. Zudem finden sich bald die Elemente des Areals an anderen, für alle zugänglichen Orten wieder: So gehen Kirchturm, Bänke, Hölzer, Steine und Stauden an einen Mehrgenerationenspielplatz, der im Stadtteil Rheinau entstehen wird. Und die Friedensglocke, die an allen 178 Tagen zur Andacht und jeden Sonntag zum Gottesdienst angeschlagen wurde, wird in das Geläut der Mannheimer Jesuitenkirche eingebaut.
 
(dv/schu)