Gottesdienst zum 500-jährigen Bestehen von Eisenbach

29.10.2023 | Erzbischof Stephan Burger predigt am Sonntag in St. Benedikt

Eisenbach. Anlässlich der 500-Jahr-Feier der Gemeinde Eisenbach im Hochschwarzwald hat Erzbischof Stephan Burger am Sonntag (29.10.) in St. Benedikt einen Gottesdienst gefeiert. „Wenn wir heute 500 Jahre Gemeinde Eisenbach in Verbindung mit der heiligen Eucharistie feiern, so dürfen wir uns daran erinnern, dass in dieser Gemeinde die Jahrhunderte hindurch, nicht nur nach Mineralien gegraben wurde. Seit 500 Jahren bildet dieser Ort auch eine Gemeinschaft von Gläubigen, die miteinander Lebensschicksale geteilt und getragen haben. Gemeinsam wurden Irrungen und Wirrungen der Zeit überstanden. Denken wir an einen 30-jährigen Krieg, an die beiden Weltkriege, an Plünderungen, Zerstörungen, Missernten, Epidemien, Hungernöte, Armut und Arbeitslosigkeit,“ sagte Erzbischof Burger in seiner Predigt.

Gelebte Nächstenliebe als „beste Grundvoraussetzung, um Frieden zu schaffen“

Dies alles seien Krisen und tragische Zäsuren gewesen, mit denen die Menschen in den vergangenen 500 Jahren umgehen mussten. Trotz ihrer Tragik hätten es Krisenzeiten auch ermöglicht, dass Menschen zusammenrückten und den Andern mit seinem Schicksal nicht alleine ließen. Diese gelebte Nächstenliebe sollte weiterhin ermöglicht und gefördert werden, sagte der Erzbischof.. Belastungen in Geschichte und Gegenwart sollten nicht dazu führen, das Vertrauen in Gott aufzugeben. 
 
Der Erzbischof ermutigte die Anwesenden, zusammenzustehen und sich der Liebe Gottes zu vergewissern. „Dass Mitmenschlichkeit und Humanität auch in Kriegs- und Krisenzeiten möglich sind, dass gelebte Liebe möglich ist, haben über die Jahrhunderte hindurch genügend Menschen bewiesen. Ich darf hier nur an unsere kirchlichen Hilfswerke erinnern, die in ausweglosen Situationen anderen zur Seite stehen,“ sagte Stephan Burger. 
 
Der Erzbischof schloss in seiner Predigt mit einem zuversichtlichen Blick in die Zukunft: „Gelebte Nächstenliebe will bis heute unser Gemeindeleben prägen als Zeichen der Hoffnung und Zuversicht. Selbst in der größten Not, angesichts bedrohlicher Instabilität: Gott ist bei uns, wo wir füreinander da sind. Gott ist dort, wo wir uns für unseren Nächsten einsetzen. Dies ist die beste Grundvoraussetzung, um Frieden zu schaffen im Großen wie im Kleinen.“
 
(cvl/mm)