Freiburg/Bühl. „Dank meines Glaubens konnte ich immer ein Zuhause finden, egal in welchem Land ich gewohnt habe,“ sagt Erik Ambaryan aus Freiburg. Gemeinsam mit sechs weiteren Männern wird er am Sonntag (26.11., 10.30 Uhr) von Weihbischof Dr. Christian Würtz in einem festlichen Gottesdienst in St. Peter und Paul Bühl zum Ständigen Diakon geweiht. „Ständig“ heißt, dass Erik Ambaryan immer Diakon bleiben wird und nicht zu einem späteren Zeitpunkt die Priesterweihe empfängt. Der Gottesdienst wird im Internet auf www.ebfr.de/livestream übertragen.
In der katholischen Kirche ist Erik Ambaryan, der ursprünglich aus Tiflis stammt, schon lange engagiert: Der gebürtige Georgier war zunächst in der Kinder- und Jugendarbeit in Tiflis tätig. Nach seinem Umzug nach Russland war er in St. Petersburg in der Gemeinde der Hl. Katharina von Alexandrien in unterschiedlichen Bereichen des Gemeindelebens aktiv. In der Seelsorgeeinheit Freiburg-Nordwest engagiert sich Erik Ambaryan aktuell unter anderem ehrenamtlich in der Kranken- und Hauskommunion, unterstützt das Gemeindeteam und ist Mitglied vom Liturgieausschuss.
Der 47-Jährige blickt auf eine bewegte Biografie zurück: In Russland hatte er unter anderem bei der Caritas und als Radiomoderator bei einem christlichen Sender gearbeitet. Als er dort aufgrund seiner georgischen Staatsbürgerschaft nicht weiter beschäftigt werden konnte, entschied er sich 2009 mit seiner Familie nach Deutschland auszuwandern. Hier arbeitete er zunächst zehn Jahre in der Pflege und seit 2021 als Hausmeister. „Als aktives Gemeindemitglied habe ich in den letzten Jahren immer mehr den Wunsch verspürt, in der Kirche als Ständiger Diakon zu dienen. Das war vor allem der Grund, warum ich im Fernstudium mein Theologiestudium, das ich in St. Petersburg begonnen hatte, abschließen wollte.“ 2013 schloss der Familienvater mit einem Bakkalaureus-Diplom sein Theologiestudium ab. Zudem nahm er an einem Pastoralkurs mit einem abschließenden Zertifikat teil.
Seine Entscheidung, sich als Ständiger Diakon weihen zu lassen, ist so mit der Zeit gewachsen. „Einerseits habe ich bei der Arbeit in Pflegeheimen, bei der Unterhaltung mit alten und kranken Menschen gespürt, dass ich als Diakon viel mehr für sie machen könnte. Denn diese Menschen sind oft ausgegrenzt, vergessen, einsam. In der Apostelgeschichte geht es darum, dass die Apostel die Diakone für den Dienst für die Ärmsten geweiht haben, damit niemand ohne Aufmerksamkeit bleibt. Andererseits habe ich auch den Bedarf nach einem Diakon in der Gemeinde gesehen, da es in diesem Status viel mehr Möglichkeiten gibt, einer Gemeinde zu helfen und eine Seelsorgeeinheit zu unterstützen“, berichtet Erik Ambaryan. Rückhalt hat er in den vergangenen Jahren dabei insbesondere durch seine Familie erfahren.
„Mich begeistert, dass trotz aller Krisen und Schwierigkeiten in der Kirche ich immer wieder Menschen sehe, für die der Glaube sehr wichtig ist“, schildert der Seelsorger. Für seine Tätigkeit als Ständiger Diakon in der Seelsorgeeinheit Freiburg Nordwest hat der Theologe konkrete Pläne: „Ich möchte ein Team bauen, das allen Gemeindemitgliedern ermöglicht, die sich Hauskommunion wünschen, Kommunion regelmäßig zu empfangen. In der Hauskommunion kann ein Gläubiger erfahren, dass er mit seiner Krankheit, mit seinem Leid, mit seinem Schicksal nicht allein ist.“ Leiten lässt sich Erik Ambaryan bei seiner Arbeit von einem Gedanken des Heiligen Augustinus: „Liebe, und was du willst, das tu! Schweigst du, so schweige aus Liebe; schreist du, so schreie aus Liebe; weisest du zurecht, so weise aus Liebe zurecht; übst du Nachsicht, so übe sie aus Liebe. Die Wurzel deines Handelns bleibe innerhalb der Liebe. Aus dieser Wurzel kann nichts anderes als Gutes wachsen.“
Mehr Infos zum Ständigen Diakonat: www.ipb-freiburg.de/staendigerdiakon.
(cvl/kas)



