Freiburg/Bammental/Bühl. „Mein Glaube ist für mich der Ort und der Horizont, in dem ich mein irdisches Leben verbringe. Es gibt keinen Moment in meinem bisherigen Leben, wo die religiöse Frage nicht in irgendeiner Weise präsent gewesen wäre. Über meinen bisherigen Dienst als kirchlicher Religionslehrer hinaus möchte ich mich dazu bereit erklären, in meiner Kirche und vor allem in meiner Gemeinde vor Ort diakonische Dienste zu übernehmen,“ sagt Christian Cramer-Konrad aus Gaiberg. Gemeinsam mit sechs weiteren Männern wird er am Sonntag (26.11., 10.30 Uhr) von Weihbischof Dr. Christian Würtz in einem festlichen Gottesdienst in St. Peter und Paul in Bühl zum Ständigen Diakon geweiht. „Ständig“ heißt, dass Christian Cramer-Konrad immer Diakon bleiben wird und nicht zu einem späteren Zeitpunkt die Priesterweihe empfängt. Der Gottesdienst wird im Internet auf www.ebfr.de/livestream übertragen.
In der katholischen Kirche ist Christian Cramer-Konrad, der gebürtig aus Essen stammt, schon lange engagiert: zunächst unter anderem in der Jugendarbeit und als Ministrant, später in einer christlich-katholischen Studentengemeinschaft während des Studiums, als Lektor und auch als ehrenamtlicher Referent in einem Bildungshaus. „Ich war immer wieder in kirchlichen Chören aktiv, zuletzt auch als Chorsprecher. Der Grad der Aktivität richtete sich dabei natürlich immer nach dem Ausmaß der beruflich-familiären Auslastung. Ich habe mich von Jugend an als aktiver Teil meiner Kirche gesehen und mich ehrenamtlich in den Gemeinden engagiert, in denen ich mich jeweils aufhielt,“ berichtet der 57-Jährige.
Seinen Glauben kann Christian Cramer-Konrad gut mit seiner Tätigkeit als Religionslehrer verbinden: „Ich muss beispielsweise die Kompetenz und Bereitschaft dazu besitzen, mit fachspezifischen Methoden über den Glauben im Allgemeinen, aber auch natürlich ganz persönlich zu reflektieren. Als Religionslehrer und Theologe ist mir dabei insbesondere die wissenschaftliche, rational-aufgeklärte Erfassung von Glauben wichtig. Persönlicher Glaube und wissenschaftliche Beschäftigung damit können in Spannung zueinanderstehen, beide Zugänge widersprechen aber einander nicht, sondern können einander sogar bereichern.“
Bei seiner Entscheidung, sich zum Ständigen Diakon weihen zu lassen, hat er viel Rückhalt erfahren: „Mit meiner Ehefrau habe ich von Anfang an über die Möglichkeit, einen solchen Dienst in meiner Kirche zu übernehmen, gesprochen. Sie hat mich in diesen Überlegungen immer unterstützt.“ In seiner neuen Rolle wird Christian Cramer-Konrad zukünftig in der Seelsorgeeinheit Neckar-Elsenz insbesondere für Seniorinnen und Senioren in der Seelsorge tätig sein, beispielsweise bei Wort-Gottes-Feiern, Andachten und Krankenkommunion in Pflegeheimen. „Ich stelle mit meiner Präsenz und meinem Engagement in den Pflegeeinrichtungen vor Ort den Kontakt der dort wohnenden Gläubigen zur ortskirchlichen Gemeinschaft her“, erklärt er.
Für die Zukunft der Kirche wünscht sich Christian Cramer-Konrad, „dass wir als Kirche den Anforderungen der Zeit und unserem Auftrag, den Menschen zu dienen und unseren Ort innerhalb der göttlichen Schöpfung zu finden, gerecht werden können“. Bei seinem Wirken lässt er sich von folgendem Bibelspruch leiten: „Ein Segen sollst du sein“ (Gen 12,2b)
Mehr Infos zum Ständigen Diakonat: www.ipb-freiburg.de/staendigerdiakon.
(cvl/kas)



