
Als Sohn eines Gymnasiallehrers trat Rahner 1922 nach dem Abitur in das Noviziat der Süddeutschen Provinz der Gesellschaft Jesu im österreichischen Feldkirch ein und wurde 1932 zum Priester geweiht. Nach zahlreichen Tätigkeiten an Hochschulen wurde Rahner von Johannes XXIII. zum theologischen Berater des 2. Vatikanischen Konzils ernannt und nahm daran im Gefolge des Wiener Erzbischofs Franz Kardinal König teil. Neben Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., gilt er aufgrund seiner zahlreichen Eingaben als einer der einflussreichsten Konzilstheologen.
Von 1971 bis 1975 beteiligte sich der Jesuit aktiv an der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland in Würzburg, die die Beschlüsse des Konzils in Westdeutschland verwirklichen sollte. Rahner starb kurz nach seinem 80. Geburtstag am 30. März 1984 im österreichischen Innsbruck und wurde dort anschließend in der Jesuitenkirche beigesetzt. „80 Jahre sind eine lange Zeit. Für jeden aber ist die Lebenszeit, die ihm zugemessen ist, der kurze Augenblick, in dem wird, was sein soll“, sagt er in seinem letzten öffentlichen Vortrag im Februar 1984 auf einer Tagung der Katholischen Akademie Freiburg.
Neben seiner theologischen Grundlegung „Hörer des Wortes“ (1941) und seinem umfangreichen „Grundkurs des Glaubens“ (1976) verfasste Rahner viele kleinere Schriften. Sie befassen sich nicht nur mit im strengen Sinn theologischen Themen, sondern auch mit der Relevanz der christlichen Offenbarung für das alltägliche Leben. Gemeinsam mit Josef Höfer gab er von 1957 bis 1968 im Freiburger Herder Verlag ein „Lexikon für Theologie und Kirche“ heraus, das in überarbeiteter Form bis heute in der theologischen Ausbildung genutzt wird.
(lb)


