Erzbischof Burger weiht Simon Gleichauf zum Diakon

03.06.2024 | Weihekandidat ist derzeit in der Seelsorgeeinheit Rheinfelden tätig

Mannheim/Rielasingen/Rheinfelden/Freiburg. Erzbischof Stephan Burger wird am Sonntag (16.06.) um 14.30 Uhr in der Kirche St. Josef in Rheinfelden (Baden) Simon Gleichauf aus der Seelsorgeeinheit Aachtal (Dekanat Hegau) zum Diakon weihen. 
 
„In meiner Jugend war ich Ministrant und von Liturgie und Glaube fasziniert“, berichtet Simon Gleichauf. Durch den Kontakt mit verschiedenen Menschen, die er in seiner Gemeinde kennen lernte, begann er sich intensiver mit seinem persönlichen Glauben zu beschäftigen. „Diese Vorbilder und damit verbunden die geistliche Begleitung haben meinen Glauben am meisten geprägt, denn hier habe ich schrittweise erfahren, dass Glaubensinhalte wie beispielsweise, dass ich von Gott geliebt und angenommen bin, nicht abstrakt bleiben, sondern für mich konkret erfahrbar werden.“ Trotz seines Interesses an theologischen Fragen führte Gleichaufs Weg nach dem Abitur nicht direkt zum Studium. Stattdessen absolvierte er ein Freiwilliges Soziales Jahr in der katholischen Kirchengemeinde Calw und verbrachte sechs Monate in Ghana, um dort als Freiwilliger eine Schule zu unterstützen.

„Glaube das Schönste und Bereicherndste, was ich gefunden habe“

Anschließend studierte er an der Universität Freiburg Theologie und verbrachte ein Theologisches Studienjahr in Jerusalem. „In der Zeit des Studiums habe ich viele gläubige junge Leute kennengelernt, was ich aus meiner Heimatgemeinde so nicht kannte, und war auf verschiedenen christlichen Veranstaltungen. Insgesamt habe ich gemerkt, dass der Glaube das Schönste und Bereicherndste ist, was ich gefunden habe, und was ich niemals missen wollte. Dadurch lernte ich schrittweise, Gott Dinge anzuvertrauen, um Gott schließlich alles anzuvertrauen“, so Simon Gleichauf.
 
Nach seinem abgeschlossenen Studium absolvierte Gleichauf die zweijährige Berufseinführung als Pastoralassistent in der Seelsorgeeinheit Mannheim-Süd. Anschließend entschied er sich zum Eintritt ins Priesterseminar. Seine Berufung dazu verspürte er auf einer Wallfahrt in den Pfingstferien, berichtet der angehende Diakon: „Gott hat mir gezeigt, dass er mich zum Priestertum ruft.“ Freunde und Familie haben „positiv, unterstützend und aufgeschlossen“ auf den Entschluss, Priester zu werden, reagiert. In seinem Dienst als Seelsorger möchte Simon Gleichauf nahe bei den Menschen sein: „Existentielle Erfahrungen wie Sterben, Einsamkeit oder Entwürdigung, aber auch bedingungsloses Angenommensein und Beschenktwerden sind mit der Gottesfrage verbunden. Hier möchte ich meine Glaubenserfahrungen und den Erfahrungsschatz der Bibel einbringen“, sagt er.
 
Leiten lässt sich der 29-Jährige von folgendem Weihespruch: „Ihr seid meine Freunde – so spricht der Herr“ (vgl. Joh 15,14). Dieser Spruch erinnert Gleichauf an seine Erfahrung mit dem Glauben: „An die Stelle der Erfahrung einer inneren Leere und Verschlossenheit, die mich lange begleiteten, tritt die Erfahrung, dass Jesus mich durch den Alltag begleitet.“

Diakonweihe: auf dem Weg zur Priesterweihe

Die Weihe zum Diakon ist für Simon Gleichauf eine Station auf dem Weg zur Priesterweihe und gilt als vorläufiger Höhepunkt auf dem Berufungs- und Ausbildungsweg als Priesterkandidat. Seit April 2023 arbeitet er in der Kirchengemeinde Rheinfelden mit und bereitet sich intensiv auf seine Diakonweihe vor. Das Wort „Diakon“ stammt vom griechischen Verb „diakonein“. Es bedeutet „dienen“ und „fürsorglich helfen“. 
 
Während der Diakonweihe gibt es eine Reihe besonderer Rituale: Der Weihekandidat liegt während der Allerheiligenlitanei ausgestreckt vor dem Altar – Ausdruck dafür, dass sich der angehende Diakon vorbehaltlos in den Dienst Gottes stellen möchte. Dann folgt das freiwillige Versprechen, ein Mann des Gebets zu sein, den Armen zu helfen, in Ehelosigkeit zu leben und dem Bischof die Treue zu halten. Nun legt der Kandidat seine Hände in die des Bischofs – ein Ausdruck des gegenseitigen Vertrauens. Die eigentliche Weihehandlung vollzieht sich dann durch die Handauflegung des Bischofs und das von ihm gesprochene Weihehochgebet. Im Anschluss daran wird der Diakon mit der Stola und der so genannten Dalmatik bekleidet, die Zeichen seines Dienstamtes sind. Er erhält zudem ein Evangeliar überreicht, denn die Verkündigung des Evangeliums ist eine seiner zentralen Aufgaben. Am Ende der Weihe entbietet der Bischof den neugeweihten Diakon als Zeichen der Wertschätzung den Friedensgruß.
 
(kas/cvl)