Erzbischof Burger weiht Lukas Nagel zum Diakon

03.06.2024 | Weihekandidat ist derzeit in der Seelsorgeeinheit Empfingen-Dießener Tal tätig

Villingen/Überlingen/Zollern/Freiburg. Erzbischof Stephan Burger wird am Sonntag (16.06.) um 14.30 Uhr in der Kirche St. Josef in Rheinfelden (Baden) Lukas Nagel aus der Seelsorgeeinheit Triberg Maria in der Tanne (Dekanat Schwarzwald-Baar) zum Diakon weihen. 
 
„Schon als Grundschüler war ich fasziniert von der Liturgie und davon, dass mich Gott in der Feier der Eucharistie mit seiner Nähe beschenkt und mir begegnen will“, berichtet Lukas Nagel. Seine Familie unterstützte ihn in seinen frühen Glaubenserfahrungen: „Eine tägliche Gebetspraxis, das Erzählen biblischer Geschichten und das regelmäßige Mitfeiern der Messe und des Kirchenjahres von klein auf in der Familie war für mich sehr wichtig“, betont er.
 
Der regelmäßige Dienst als Ministrant und der Austausch mit seinem Religionslehrer, der ihn zur Suche nach seiner Berufung ermutigt hat, ließen sein Interesse an Theologie weiter wachsen. Nagel trat nach dem Abitur im Jahr 2016 ins Priesterseminar Collegium Borromaeum in Freiburg ein und nahm an der örtlichen theologischen Fakultät sein Studium auf. Seine Auswärtssemester verbrachte er in Wien. „Die Zeit im Seminar hat mir geholfen, die Berufung zu prüfen und in der Beziehung zu Christus zu wachsen“, berichtet er. Nach einem Praxissemester 2021/2022 in der Seelsorgeeinheit Überlingen, ist Lukas Nagel im Rahmen seines Pastoralkurses und mit Blick auf sein Diakonatsjahr seit Oktober 2023 in der Seelsorgeeinheit Empfingen-Dießener Tal tätig.

Glaube ist für Lukas Nagel Beziehung zu Jesus Christus

Seine Familie und viele Menschen in seinem Umfeld haben den angehenden Diakon von Anfang an auf seinem Weg unterstützt. „Es freut mich immer sehr, mit wie viel Wohlwollen und Vorschussvertrauen mir als Priesterkandidat viele Menschen bisher begegnet sind – sei es in den Praktikumspfarreien, in den Pastoralteams, in denen ich bis jetzt mitgearbeitet habe oder in der kooperativen Berufseinführung“, so Nagel. Entsprechend wurde er in seinen Erfahrungen im Praxissemester und Pastoralkurs auf seinem Weg bestärkt: „Ich durfte erkennen, dass Gott mir Talente und Gaben geschenkt hat, die mir helfen, als Diakon und Priester den Menschen zu dienen.“ Lukas Nagel freut sich auf seine „wunderschöne Aufgabe, Menschen z.B. durch die Feier der Sakramente mit Gott in Berührung zu bringen, sie auf ihrem Lebensweg zu begleiten und ihnen das Evangelium zu verkünden. Mithilfe der Weiheversprechen hoffe ich, dass es mir immer mehr gelingt, mich ganz Gott zur Verfügung zu stellen, ihm und den Menschen mein Herz zu öffnen und Menschen dabei zu helfen, ihre Beziehung mit Gott zu vertiefen.“
 
Sein Glaube ist für den angehenden Diakon dabei „eine Beziehung zu Jesus Christus, in der ich mich angenommen, getragen, gehalten und geliebt weiß und die so wesentlich zu meinem Leben dazugehört, dass ich nicht wüsste, was ich tun würde, wenn sie mir fehlen würde.“ Dies zeigt sich für ihn auch „in dem vielen Guten, mit dem er mich in meinem Leben bisher beschenkt hat“, betont er. Mit seinen positiven Erfahrungen der Treue und Liebe Gottes auf seinem bisherigen Lebensweg ist es ihm auch wichtig, „anderen davon zu erzählen, dass es sich lohnt, die Beziehung mit Jesus Christus zu suchen und zu vertiefen.“
 
Leiten lässt sich der 26-Jährige von folgendem Weihespruch: „Ihr seid meine Freunde – so spricht der Herr“ (Joh 15,14). Für ihn steht dieser Spruch für sein Leben mit Gott: „Ich versuche, aus dieser Liebe und Treue heraus zu leben und die Freundschaft mit Jesus Christus zu pflegen. Das Gebet und die Mitfeier der Messe helfen mir besonders dabei. Es ist mir aber auch wichtig, anderen davon zu erzählen, dass es sich lohnt, die Beziehung mit Jesus Christus zu suchen und zu vertiefen.“

Diakonweihe: auf dem Weg zur Priesterweihe

Die Weihe zum Diakon ist für Lukas Nagel eine Station auf dem Weg zur Priesterweihe und gilt als vorläufiger Höhepunkt auf dem Berufungs- und Ausbildungsweg als Priesterkandidat. Seit Herbst 2023 arbeitet er in einem einjährigen Pastoralpraktikum in einer Seelsorgeeinheit der Erzdiözese Freiburg und bereitet sich intensiv auf seine Diakonweihe vor. Das Wort „Diakon“ stammt vom griechischen Verb „diakonein“. Es bedeutet „dienen“ und „fürsorglich helfen“. 
 
Während der Diakonweihe gibt es eine Reihe besonderer Rituale: Der Weihekandidat liegt während der Allerheiligenlitanei ausgestreckt vor dem Altar – Ausdruck dafür, dass sich der angehende Diakon vorbehaltlos in den Dienst Gottes stellen möchte. Dann folgt das freiwillige Versprechen, ein Mann des Gebets zu sein, den Armen zu helfen, in Ehelosigkeit zu leben und dem Bischof die Treue zu halten. Nun legt der Kandidat seine Hände in die des Bischofs – ein Ausdruck des gegenseitigen Vertrauens. Die eigentliche Weihehandlung vollzieht sich dann durch die Handauflegung des Bischofs und das von ihm gesprochene Weihehochgebet. Im Anschluss daran wird der Diakon mit der Stola und der so genannten Dalmatik bekleidet, die Zeichen seines Dienstamtes sind. Er erhält zudem ein Evangeliar überreicht, denn die Verkündigung des Evangeliums ist eine seiner zentralen Aufgaben. Am Ende der Weihe entbietet der Bischof den neugeweihten Diakon als Zeichen der Wertschätzung den Friedensgruß.
 
(kas/cvl)