Missio canonica an 94 Religionslehrkräfte verliehen

14.06.2024 | Weihbischof Dr. Christian Würtz weist auf Rolle des Religionsunterrichts hin

 
Freiburg. 94 Religionslehrerinnen und Religionslehrer aus dem Gebiet der Erzdiözese Freiburg haben ihre kirchliche Unterrichtserlaubnis („Missio canonica“) erhalten. Weihbischof Dr. Christian Würtz überreichte den Pädagoginnen und Pädagogen im Rahmen einer Eucharistiefeier am Freitag (14.06.) im Freiburger Münster die Urkunden. In seiner Predigt hob der Weihbischof die hohe Bedeutung des Religionsunterrichts in Zeiten nachlassender Kirchenbindung hervor: „Ihre Aufgabe wird es fortan sein, mit der Sendung der Kirche den Menschen die Religion und den Glauben näher zu bringen, ihnen in auch im Religiösen Lesen und Schreiben beizubringen, dass sie nicht religiöse Analphabeten bleiben.“
 
Die Lehrkräfte stünden deshalb in der Nachfolge des alttestamentlichen Propheten Elija und von Maria Magdalena, die den Jüngern vom auferstandenen Christus berichtete, sagte Weihbischof Dr. Würtz. Sie seien dazu berufen, ihren Schülerinnen und Schülern in einer für diese verständlichen Weise von Gott zu erzählen: „Wenn man aber um die Zeitumstände weiß, wenn man die Bibelstelle in den Kontext einordnen kann, wenn man weiß, dass dieser Satz nicht wörtlich zu verstehen ist und wenn man schließlich diese Sätze in das Gesamt der christlichen Botschaft einordnen kann, dann erhält auch diese Bibelstelle einen Sinn, der wichtig für das eigene Leben sein kann.“

„Steigende Wertschätzung für den Religionsunterricht“

Die Leiterin der Hauptabteilung Bildung im Erzbischöflichen Ordinariat, Susanne Orth, dankte den Religionslehrkräften in ihrer Begrüßung für ihren wichtigen Einsatz: „In letzter Zeit beobachte ich eine steigende Wertschätzung für den Religionsunterricht, gerade auch außerhalb der Kirche. Religion ist eine wichtige Ressource des Einsatzes für Menschen jenseits des eigenes Vorteils oder des Vorteils der eigenen Gruppe. Die Erkenntnis, dass andere – gerade Schwache und Heimatlose – genauso Menschen sind wie wir selbst, gehört zu den großen zivilisatorischen Leistungen des jüdisch-christlichen Menschenbildes, das die Basis unserer Kultur ist.“
 
Im Schuljahr 2022/23 unterrichteten auf dem Gebiet der Erzdiözese Freiburg 3.832 katholische Religionslehrerinnen und Religionslehrer. 200.045 Schülerinnen und Schüler besuchten den katholischen Religionsunterricht. Insgesamt gab es in der Erzdiözese Freiburg wöchentlich 21.007 Stunden katholischen Religionsunterricht.
 
Um katholischen Religionsunterricht erteilen zu dürfen, müssen Lehrkräfte vom Freiburger Erzbischof beauftragt werden. Voraussetzungen für die Verleihung der „Missio canonica“ sind unter anderem ein erfolgreich abgeschlossenes Studium der katholischen Theologie für das Lehramt an öffentlichen Schulen sowie die volle Mitgliedschaft in der katholischen Kirche durch Taufe, Firmung und Eucharistie. Am 16. Juni 2023 trat in der Erzdiözese Freiburg eine neue Ordnung zur Verleihung der „Missio canonica“ in Kraft. Sie verzichtet, ähnlich wie die ab 03. April 2024 gültige „Grundordnung für den kirchlichen Dienst“, darauf, die private Lebensführung der Religionslehrkräfte zu sanktionieren. Für ihre Beauftragung ist nunmehr entscheidend, dass sie ein „Zeugnis christlichen Lebens in Schule und Unterricht“ geben.
 
(lb)