
Metzger hat verschiedene Organisationen gegründet wie den Friedensbund Deutscher Katholiken oder die geistliche Gemeinschaft „Societas Christi Regis“. Dieses Christkönigs-Institut ist seit 1928 in Meitingen bei Augsburg angesiedelt. Außerdem geht die überkonfessionelle Una-Sancta-Bewegung auf seine Initiative zurück. Die Einheit der Christenheit ist ihm ein zentrales Anliegen geworden. In der Folgezeit haben ihn seine vielfältigen und vor allem öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten in Konflikt mit dem Nationalsozialismus gebracht. Wegen scharfer Kritik ist er bereits 1934 für einige Tage und noch einmal im November 1939 für einen Monat inhaftiert worden. Den neuerlichen Krieg hat er als Folge der NS-Ideologie verurteilt.
Ein Brief an den Bischof im schwedischen Uppsala hat dann am 29. Juni 1943 zu seiner endgültigen Inhaftierung geführt. Von einer Agentin ist sein Memorandum zu den künftigen demokratischen Strukturen in Deutschland an die Geheime Staatspolizei weitergeleitet worden. In einem 70-minütigen Schauprozess vor dem sogenannten Volksgerichtshof ist Max Josef Metzger wegen „Hochverrat und Feindbegünstigung“ als „allzeit ehrloser Volksverräter“ verurteilt und nach acht Monaten in der Todeszelle am 17. April 1944 in Brandenburg-Görden mit dem Fallbeil hingerichtet worden.
Noch in seinen letzten Briefen und Texten aus dem Zuchthaus hat der unbeugsame Pazifist ein ökumenisches Konzil für die Einheit der Kirchen in Assisi vorgeschlagen. Max Josef Metzger sei zu seinen Lebezeiten bereits eine prophetische Persönlichkeit gewesen, so der Freiburger Erzbischof Stephan Burger. „Wir erleben gerade, wie zerbrechlich Europa und die Welt sein können in den aktuellen Kriegen und Krisengebieten. Frieden ist keine Selbstverständlichkeit und muss immer wieder neu errungen werden“, macht Burger deutlich. Dafür sei Metzger ein bis heute hoch aktuelles Vorbild.
Die Seligsprechung am 17. November in Freiburg soll ein offizielles Bekenntnis dafür sein, dass die Kirche für Frieden und Völkerverständigung, Gewissensfreiheit und Gerechtigkeit einstehen will. Zu der besonderen Feier wird Kurt Kardinal Koch, der ehemalige Bischof von Basel und heutige Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen, als Vertreter von Papst Franziskus in den Breisgau kommen. Der Volkstrauertag und das Diözesanforum für das Projekt Kirchenentwicklung 2030 sind für Erzbischof Stephan Burger ein geeigneter Termin für dieses Ereignis.
Info:
Über viele Jahren haben vor allem Christen in Schopfheim die Erinnerung an Metzger wachgehalten. Im Jahr 2006 hat das Erzbistum Freiburg dann den diözesanen „Informationsprozess über das Leben und Martyrium des Dieners Gottes Max Josef Metzger“ offiziell eröffnet. Nach dessen Abschluss im Frühjahr 2014 sind mehr als 6000 Seiten an Dokumenten nach Rom gebracht worden. Fast genau 10 Jahre später hat der Vatikan die Erlaubnis zur Seligsprechung gegeben. Eine Seligsprechung durch die katholische Kirche zeichnete einen Menschen aus, der exemplarisch sein Christsein gelebt hat. Wegen ihrer besonderen Nähe zu Gott, die Selige schon zu Lebzeiten gezeigt haben, werden sie als Fürsprecher angerufen. Der Seligsprechung kann eine Heiligsprechung folgen. Der Unterschied: ein Heiliger darf weltweit verehrt werden, ein Seliger lediglich in einem Land, einem Bistum oder einer Gemeinschaft.
(dw)


