Erzbischof Burger feiert Messe an der „Roten Wand“

18.08.2024 | Pilgerinnen und Pilger aus der Erzdiözese im Großen Walsertal

Buchboden/Freiburg. Auf der Alpe Klesenza im österreichischen Voralberg hat Erzbischof Stephan Burger gemeinsam mit Erzabt Tutilo, Erzabt der Erzabtei Beuron, am Sonntag (18.08.) eine Bergmesse mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern gefeiert. Dabei gedachten sie des aus dem Erzbistum Freiburg stammenden Pfarrers Josef Kary, der die Marienkapelle auf der Alpe nach seiner Rückkehr aus dem Zweiten Weltkrieg errichten ließ. 
 
Erzbischof Stephan Burger erinnerte in seiner Predigt an diejenigen Menschen, die im Zweiten Weltkrieg aber auch heute in Krisenregionen unfassbares Leid erleiden müssen. Gerade für diese Menschen könne Maria eine wichtige Stütze bieten, denn auch sie habe in ihrem Leben Not und Leid erfahren. „Denken wir nur an die armseligen Umstände der Geburt im Stall zu Bethlehem. Diese Situation erinnert mich an die schwangeren Frauen in den Flüchtlingslagern in Goma im Ost-Kongo, die ich vor einigen Wochen besuchen konnte. Unermessliches Leid unter menschenverachtenden Umständen.“ Als Maria den leblosen Körper ihres Sohnes in den Armen hielt, habe sie diese unerträgliche Situation ausgehalten. „Sie hat vom Kreuz herab den Auftrag, das Testament Jesu entgegengenommen, sich von nun an als Mutter der Kirche um all jene Kinder zu kümmern, die sich Christus zugehörig fühlen. Die Kinder Gottes sind von nun an ihre Kinder, die sie mit ihrer Fürsprache begleitet, auch durch den Tod hindurch.“
 
Die errichtete Marienkapelle auf der Alpe Klesenza stehe für folgende wichtige Botschaft: „Maria hilft in den Drangsalen unseres Lebens. Sie steht uns bei, selbst dann, wenn wir es aufgrund der konkreten Situation, die wir durchleiden, und unserer Unzulänglichkeiten nicht wahrhaben oder empfinden sollten. Maria ist bei uns! Sie begleitet uns!“ Und weiter: „Nicht die Großen dieser Welt, nicht die Machthaber, nicht die Gewalttätigen werden am Ende die Oberhand behalten, sondern immer noch die Liebe Gottes, die durch die Jungfrau Maria in Jesus Christus Mensch geworden ist.“ 

Hintergrund

Auf der Alpe Klesenza im Großen Walsertal errichtete der aus Rötenbach-Friedenweiler stammende Pfarrer Josef Kary 1953 eine Marienkapelle zum Gedenken an die Heimkehr aus dem Krieg und an seinen in Russland getöteten Bruder. Josef Kary selbst schwor während des Krieges, dass er bei der Rückkehr zu Ehren der Gottesmutter Maria eine Kapelle bauen würde, die auch an seinen verstorbenen Bruder erinnern sollte. Kary kam als einer von nur sieben Überlebenden seiner Truppeneinheit zurück und löste sein im Kaukasus gegebenes Versprechen ein. Stephan Burger hat die Leitung der Gedenkfeier von Josef Kary nach dessen Tod übernommen. Zu der Messe kommen jährlich auch viele Pilgerinnen und Pilger aus dem Schwarzwald ins österreichische Buchboden.
 
(cvl)