Jahresabschlussgottesdienst

31.12.2024 | Erzbischof feiert zum Jahresabschluss Gottesdienst im Freiburger Münster

Freiburg. Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat zum Jahresabschluss am Silvesterabend (31.12.) im Freiburger Münster einen Gottesdienst gefeiert. Gemeinsam mit zahlreichen Gläubigen blickte er auf das vergangene Jahr zurück, sowohl hinsichtlich von Politik und Gesellschaft als auch in der Kirche.
 
Kirchenpolitisch, so der Erzbischof, sei es um die Frage gegangen, wie Synodalität in der Kirche gelebt und umgesetzt werden könne, "getragen im Heiligen Geist, wo es eben nicht darum geht, sich einfach nur Mehrheiten für das eine oder andere Anliegen zu verschaffen, sondern in Einmütigkeit Wege in die Zukunft zu finden, die dem Volk Gottes gleichermaßen wie auch jenen, die Kraft ihrer geistlichen Leitung in der Verantwortung stehen, gerecht werden". 
 
Auch der Prozess der Kirchenentwicklung in der Erzdiözese war erneut ein bestimmendes Thema des abgelaufenen Jahres. Bei der Neustrukturierung der Pfarreien gehe es, so betonte der Erzbischof, "nicht um eine bloße Zentralisierung oder gar um ein Auslöschen kirchlichen Lebens, sondern "um die bisherige und weitere Ermöglichung des pastoralen Lebens in unseren Gemeinden mit all unseren ehrenamtlichen Engagierten und den hauptberuflichen Kräften, im Zusammenhang mit einer zentraleren Neuaufstellung der Verwaltung, zu der es eben eine neue rechtliche Zuordnung braucht".

Vorbild Max Josef Metzger

In besonderer Weise ging der Erzbischof in seiner Predigt zum Jahresabschluss auf die Seligsprechung von Max Josef Metzger im November ein. Diese habe "nach den vielen Jahren der Vorbereitung und des Wartens endlich stattfinden können, gerade zur rechten Zeit, denn Max Josef Metzger hat in einer Gesellschaft, in der der Rechtspopulismus und völkisch-nationales Gedankengut immer stärker wird, doch etwas entgegenzusetzen". Metzgers Wille zum Frieden, sein Einsatz für die Völkergemeinschaft in gegenseitigem Respekt und Achtung sei Mahnung und Auftrag. 
 
Erzbischof Burger mahnte auch, dass sich die deutsche Gesellschaft auch mit einem wachsenden Antisemitismus einfach nicht zufrieden geben dürfe, "unabhängig, ob er von außen in unsere Gesellschaft hereingetragen wird oder alt Festgesetztes neu aufbricht. So viel sollte unsere Gesellschaft doch aus der eigenen Geschichte und Vergangenheit gelernt haben", so der Erzbischof.
 
Besondere Erwähnung fand neben weiteren Ereignisse auch die Ministrantenwallfahrt nach Rom, die deutlich gemacht habe, wie viel Potential in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit stecke.
 
Seine Predigt beschloss der Erzbischof mit seinem ausdrücklichen Dank an alle Kirchenmitglieder, die haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden und auch jene, "die auf digitale Weise dazu beitragen, die Frohbotschaft Jesu vielen zuhause und über die sozialen Netzwerke zu vermitteln".
Auch dankte er für alle Bemühungen innerhalb der Ökumene und der Zusammenarbeit mit den verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Ebenen und hob dabei besonders die Kontakte zur israelitischen Kultusgemeinde im Land und deren Verantwortlichen hervor.
 
(cvl / mh)