Pontifikalrequiem für Papst Franziskus im Freiburger Münster

28.04.2025 | Weihbischof Dr. Peter Birkhofer erinnert an den „Pilger der Hoffnung“

Freiburg. Mit einem Pontifikalrequiem hat die Erzdiözese Freiburg am Montagabend (28.04.) im Freiburger Münster des verstorbenen Papstes Franziskus gedacht. Zahlreiche Gläubige und Vertreter der Erzdiözese versammelten sich, um in einem feierlichen Gottesdienst für Leben und Wirken des Heiligen Vaters zu danken und für ihn zu beten.
 
In seiner Predigt würdigte Weihbischof Birkhofer den verstorbenen Pontifex als jemanden, der unermüdlich für die Armen, Schwachen und Ausgegrenzten eingetreten sei, ein „Pilger der Hoffnung“ an der Seite Jesu Christi. „So war Papst Franziskus unterwegs zu Geflüchteten, Gefangenen, Ausgegrenzten, am Rande Stehenden. Mit dem außerordentlichen Segen Urbi et Orbi in der Pandemie, in seinen Ansprachen und Predigten, in den Begegnungen wurde erfahrbar, wie er Zeichen der Nähe, der Barmherzigkeit, der Hoffnung setzte.“
 
Besonders berührend sei, so Birkhofer, wie Papst Franziskus noch am Ostersonntag mit seinen letzten Kräften den Ostersegen gespendet habe, um dann wenige Stunden später vor das „Antlitz des Auferstandenen“ treten zu dürfen. „Es ist das Zeugnis der Hoffnung, dass das Leben siegt“, sagte der Weihbischof.
 
Dabei erinnerte er an zentrale Gedanken des Papstes, etwa aus seiner Osterpredigt: „Dass dort, wo wir Ostern in unserem Leben Wirklichkeit werden lassen, wir zu Boten der Hoffnung, zu Baumeistern der Hoffnung werden.“ In dieser Haltung habe Franziskus nicht nur gepredigt, sondern vor allem gelebt. „Er hat sich an viele Orte begeben, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die seinen Glauben nicht teilen, wohl aber seine Grundhaltung einer auf universalen Rechten basierenden irdischen Ordnung.“

Wir alle sind „Pilger der Hoffnung“

Auch das Vermächtnis des Papstes für das Heilige Jahr 2025 griff Weihbischof Dr. Birkhofer auf. Franziskus habe unter dem Leitwort „Spes non confundit“ („Die Hoffnung lässt nicht zugrunde gehen“) Mut gemacht, nicht den Blick für das Gute und die Hoffnung auf eine bessere, menschlichere Welt zu verlieren. „Pilger der Hoffnung sind wir, wenn wir weiterhin einstehen für die Ärmsten und Schwächsten, und das schließt gerade die Kriegsgebiete unserer Zeit ein, gegen die Logik der Starken, der Imperialisten und Kolonialisten. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass in unserem Reden über die Kriege, Krisen und Herausforderungen unserer Zeit wieder die Menschen im Mittelpunkt stehen, die zuerst davon betroffen sind. Als Pilger der Hoffnung sind wir im Hier und Heute unterwegs.“
 
Weihbischof Dr. Birkhofer griff abschließend ein Wort von Kardinal Re auf, das dieser bei der Totenmesse für Papst Franziskus in Rom gesprochen hatte: „Lieber Papst Franziskus, nun bitten wir dich, für uns zu beten und vom Himmel aus die Kirche, Rom und die ganze Welt zu segnen, so wie du es letzten Sonntag vom Balkon dieser Basilika aus getan hast, in einer letzten Umarmung mit dem ganzen Volk Gottes, aber auch im Geiste mit der gesamten Menschheit.‘“
 
Das Requiem wurde live auf der Webseite und dem YouTube-Kanal der Erzdiözese übertragen, sodass viele Gläubige aus der ganzen Region und darüber hinaus an diesem besonderen Moment des Gebets teilhaben konnten.
 
(cvl)