Trotz aller Krisen die Hoffnung nicht aus dem Blick verlieren

17.04.2022 | Erzbischof Stephan Burger feiert Ostern im Freiburger Münster

Freiburg. In seiner Predigt am Ostersonntag (17.04.) hat der Freiburger Erzbischof Stephan Burger dazu aufgerufen, trotz des Ukraine-Kriegs und weiterer aktueller Krisen, das Hoffnung schenkende in der Welt und auch in der Kirche nicht aus dem Blick zu verlieren. „Es gibt genauso Momente und Ereignisse, die sehr wohl das Zeug dazu haben, als positive Folgen der Auferstehung Jesu gesehen zu werden“, sagte der Erzbischof in seiner Osterpredigt beim Pontifikalamt im Freiburger Münster. Stephan Burger zählte dazu unter anderem Glaubenserfahrungen in den Familien sowie Begegnungen mit Gott „im Empfang der Sakramente oder in mitmenschlichen Begegnungen oder auch in der Wahrnehmung der Natur, der Schöpfung“.
 
„Diese persönlichen, positiven Folgen machen es auch möglich, in der Kirche das Positive neu zu sehen und zu erkennen“, sagte der Erzbischof. „In diese Kirche ist auch das Band einer gelebten Liebe eingewoben, das für Unzählige zum Segen geworden ist, alles, was sich unter dem weiten Begriff der Caritas bis heute tagtäglich in Einrichtungen, in Pflege und Beratung ereignet. Und wenn wir auch das aktuelle Kriegsgeschehen in den Blick nehmen, so muss bei allem benannten Elend die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft vieler erwähnt werden, wie die konkrete Hilfe und das segensreiche Wirken unserer Hilfswerke, wo sich Menschen unter Einsatz ihres Lebens für andere einbringen.“

„Wirklichkeit seiner Liebe“

Jesus Christus setze der „Wirklichkeit des Todes die Wirklichkeit seiner Liebe entgegen, die kein Tod besiegen kann“, sagte der Erzbischof. „Und in dieser Liebe befähigt er bis heute Menschen, seine Sendung fortzusetzen und dafür zu werben, dass sich viele dieser Liebe öffnen.“
 
Bereits in seiner Predigt im Pontifikalamt zur Osternacht am Samstag (16.04.) hatte Erzbischof Burger betont, dass Leiden und Tod nicht das letzte Wort haben. „Wenn das Leben mit all seinen Grausamkeiten einen Sinn haben soll, wenn der geschundene Mensch überhaupt jemals eine Chance gehabt hat, wenn das bisschen Glück menschlichen Daseins je seine Erfüllung findet, dann nur deshalb, weil wir heute Abend in das außergewöhnlichste Geheimnis des Lebens eintauchen dürfen. Heute Abend geht es um nichts, was Menschen machen oder verursachen könnten. Heute Abend geht es um nichts, was wir uns unterordnen oder was wir bestimmen könnten. Heute Abend kommt einer auf uns zu mit einer solchen Macht der Liebe, dass es uns die Sprache verschlägt und jedes vernünftige Reagieren unmöglich macht.“
 
„Es ist ein Abend, eine Nacht, die die Vergöttlichung des Menschen zum Ziel hat, die den Menschen so intensiv in diese göttliche und unzerstörbare Liebe einbindet, wie es noch nie geschah“, führte Stephan Burger aus. „Nicht im menschengemachten Horror, nicht im Sterben und in der Totenruhe finden wir unsere Bestimmung, sondern im Leben des auferstandenen Herrn, in seiner unüberwindbaren Liebe.“
 
(muk)